Nordex Aktie: Auftragswelle trägt
Ein prall gefülltes Auftragsbuch zum Jahresstart, zwei deutliche Kurszielanhebungen und nur ein kleiner technischer Zwischenfall – die Nordex Aktie ist mit Rückenwind ins Börsenjahr 2026 gestartet. Der Windanlagenbauer meldet Bestellungen in Rekordhöhe und sichert sich damit Kapazitätsauslastung über mehrere Jahre. Wie solide ist diese Rallye im Lichte der jüngsten Entwicklungen?
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs Freitag: 32,30 € (-0,55 % zum Vortag)
- Performance 12 Monate: +185,84 %
- YTD-Zuwachs: 6,74 %
- Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch (33,32 €): rund -3 %
- 30‑Tage-Volatilität (annualisiert): ca. 67 %
- RSI (14 Tage): 32,0 (keine extremen Überhitzungssignale)
Auftragsflut zu Jahresbeginn
Nordex startet mit einer kräftigen Bestellwelle ins neue Jahr. Insgesamt meldete das Unternehmen Anfang 2026 Aufträge über nahezu 1.400 Megawatt und stärkt damit die Visibilität für die kommenden Jahre.
Besonders wichtig sind dabei mehrere Großprojekte auf unterschiedlichen Märkten:
- Kanada:
- Auftrag über 508 MW
- Einsatz von 73 Turbinen
- Darunter erstmals die schwachwindoptimierten N175/6.X‑Anlagen
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Nordex gelingt damit ein spürbarer Vorstoß in den nordamerikanischen Markt
-
Deutschland:
- Der Projektentwickler UKA ordert 33 Turbinen der Delta4000-Serie
- Gesamtleistung: 224,4 MW
-
Stärkt die Position im heimischen Markt und sichert Auslastung im Kerngeschäft
-
Südeuropa (Spanien, Frankreich, Belgien, Portugal):
- Gesamtvolumen: über 660 MW
- Spanien allein steuert 245,8 MW bei
- Breite regionale Diversifikation innerhalb Europas
Die Bündelung dieser Aufträge signalisiert, dass institutionelle Kunden die Nordex-Technologie und insbesondere die neue N175-Plattform als wettbewerbsfähig einstufen. Nach Unternehmensangaben reicht die Auslastung durch die jüngsten Verträge inzwischen weit in das Jahr 2028 hinein – ein wichtiger Punkt für Planungssicherheit bei Produktion und Margensteuerung.
Analysten ziehen Kursziele nach oben
Die starke operative Entwicklung bleibt auch auf der Analystenseite nicht ohne Folgen. Gleich zwei Häuser haben zum Wochenausklang ihre Kursziele erhöht.
- Deutsche Bank Research
- Einstufung: „Buy“ bestätigt
- Kursziel: Anhebung von 30 auf 34 €
-
Begründung: Starkes Momentum im vierten Quartal 2025 und ein gelungener Start in 2026
-
MWB Research
- Empfehlung: Kauf bestätigt
- Kursziel: Erhöhung von 33 auf 36 €
- Fokus auf die dynamische Auftragssituation und die positive Ergebnisperspektive
Der Markt unterstützt diese optimistische Sicht bisher: Mit einer Marktkapitalisierung von rund 7,48 Mrd. € hat Nordex in den vergangenen Monaten deutlich an Gewicht gewonnen. Die jüngsten Kurszielanhebungen unterstreichen, dass die Rallye aus Sicht der Analysten weiterhin durch Fundamentaldaten unterlegt ist.
Kurzfristige Unruhe durch technischen Vorfall
Trotz des klar positiven Grundtons gab es am Freitagnachmittag einen Störfaktor. In der Nähe von Köln kam es an einer Nordex-Turbine zu einem Lappendefekt an einem Rotorblatt. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Autobahnabschnitt teilweise gesperrt.
Solche Meldungen lösen erfahrungsgemäß schnell algorithmische Reaktionen im Handel aus und führen zu kurzfristigen Rücksetzern. Genau das war am Freitag zu beobachten: Der Tagesverlust von 0,55 % fiel moderat aus, verhinderte aber ein neues Wochenhoch.
Nordex hat umgehend eine Untersuchung eingeleitet, der Vorfall wird als isoliert eingestuft. Marktteilnehmer nutzten den leichten Rückgang eher für taktische Neupositionierungen, der übergeordnete Aufwärtstrend blieb intakt.
Charttechnik: Aufwärtstrend gefestigt
Aus charttechnischer Sicht präsentiert sich das Bild konstruktiv. Mit 32,30 € notiert die Aktie nur knapp unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 33,32 €. Die mittelfristigen Durchschnittslinien liegen klar darunter:
- 50‑Tage-Durchschnitt: 28,28 € (Aktie rund 14 % darüber)
- 200‑Tage-Durchschnitt: 22,17 € (Aktie rund 46 % darüber)
Diese Abstände spiegeln die starke Kursentwicklung seit dem Frühjahr 2025 wider. Der RSI von 32,0 deutet derzeit nicht auf eine extreme Überkauft-Situation hin, trotz der hohen 12‑Monats-Performance von knapp 186 %.
Auf Sicht der kommenden Wochen rückt vor allem der Bereich um 34 € in den Fokus, der auch mit dem neuen Kursziel der Deutschen Bank korrespondiert. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, wäre dies ein weiteres Bestätigungssignal für die laufende Bewegung. Scheitert der Titel zunächst an dieser Zone, könnte eine Konsolidierung in Richtung der kurzfristigen Durchschnitte eine gesunde Atempause innerhalb des intakten Aufwärtstrends darstellen.
Fazit: Rallye mit Rückenwind
Die Nordex Aktie verbindet aktuell eine starke operative Basis mit positiver Stimmung auf der Analystenseite. Großaufträge in Nordamerika, Deutschland und Südeuropa sorgen für gut gefüllte Auftragsbücher und Auslastung bis weit nach 2027. Die jüngst angehobenen Kursziele von 34 und 36 € spiegeln diese Entwicklung wider.
Kurzfristige technische Zwischenfälle wie der Rotorblattdefekt in Deutschland haben den Kurs zuletzt nur begrenzt gebremst. Entscheidend für den weiteren Verlauf wird, ob Nordex das hohe Bestellniveau in profitable Umsätze übersetzen kann und der Bereich um 34 € in den nächsten Monaten überwunden wird.
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