Netflix hat im Februar 2026 einen radikalen Strategiewechsel vollzogen. Statt für 83 Milliarden Dollar Warner Bros. Discovery zu übernehmen, investiert der Streaming-Riese nun in künstliche Intelligenz – und kaufte kurzerhand das Filmmaking-Startup InterPositive von Ben Affleck. Die Aktie reagierte mit einem Plus von 15,3 Prozent im Februar.

Abbruch des Warner-Bros.-Deals

Netflix zog sein 83-Milliarden-Dollar-Gebot für Warner Bros. Discovery zurück, nachdem Paramount Skydance mit 111 Milliarden Dollar ein höheres Angebot vorlegte. Die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters machten deutlich: "Diese Transaktion war immer ein 'nice to have' zum richtigen Preis, nicht ein 'must have' um jeden Preis."

Der Deal hätte Netflix mit über 70 Milliarden Dollar zusätzlicher Schulden belastet – bei lediglich 9 Milliarden Dollar Cash-Reserven und 13,5 Milliarden Dollar bestehender Verschuldung Ende 2025. Investoren zeigten sich erleichtert über die Disziplin des Managements.

Als Entschädigung für den geplatzten Deal erhielt Netflix eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar.

Ben Afflecks AI-Startup übernommen

Weniger als eine Woche nach dem Ausstieg aus der Warner-Auktion schlug Netflix in eine völlig andere Richtung. Der Streaming-Dienst erwarb InterPositive, ein 2022 von Schauspieler und Regisseur Ben Affleck gegründetes Startup für KI-gestützte Filmproduktion. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

InterPositive entwickelte eine Technologie, die aus vorhandenem Filmmaterial KI-Modelle erstellt. Filmemacher können diese Modelle in der Postproduktion einsetzen – für Farbkorrekturen, Lichtsetzung oder visuelle Effekte. Anders als bei Text-zu-Video-Tools basiert die Technologie auf einer Datenbank mit von menschlichen Schauspielern aufgenommenen Szenen auf einer gesicherten Soundstage.

Die 16 Mitarbeiter von InterPositive werden in Netflix integriert. Affleck selbst wird als Senior Advisor tätig sein.

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Elizabeth Stone, Chief Product and Technology Officer bei Netflix, betonte: "Unser Ansatz bei KI war schon immer darauf fokussiert, die Bedürfnisse der Kreativ-Community zu unterstützen. Das InterPositive-Team passt zu unserem Glauben, dass Innovation Geschichtenerzähler stärken soll, nicht ersetzen."

Analysten reagieren positiv

Die strategische Neuausrichtung kam bei der Wall Street gut an. Am 6. März stufte CFRA-Analyst Kenneth Leon Netflix von 'Hold' auf 'Buy' hoch und setzte das Kursziel auf 115 Dollar. Zwei Tage zuvor hatte bereits JPMorgan auf 'Overweight' erhöht – mit einem Kursziel von 120 Dollar.

Am 8. März notierte die Aktie bei 98,41 Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 75,01 bis 134,12 Dollar.

Das organische Wachstum überzeugt

Netflix steigerte 2025 den Umsatz um 16 Prozent auf 45 Milliarden Dollar. Die Kosten wuchsen langsamer, was zu einem Anstieg des operativen Gewinns um 28 Prozent führte. Der Nettogewinn kletterte um 26 Prozent auf 11 Milliarden Dollar.

Mit 325 Millionen Abonnenten weltweit – ein Plus von 8 Prozent – bleibt Netflix auf Wachstumskurs. Der Free Cashflow erreichte 2025 einen Rekordwert von 9,5 Milliarden Dollar und übertraf die eigene Prognose.

Das Werbegeschäft brachte 2025 erst 1,5 Milliarden Dollar ein, soll 2026 aber auf 3 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Im Vorjahr wuchs diese Sparte bereits um mehr als das 2,5-Fache.

Für das erste Quartal 2026 erwartet Netflix 12,2 Milliarden Dollar Umsatz – ein Anstieg von 15,3 Prozent. Der operative Gewinn soll um 17 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar steigen. Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert das Management mit einem Umsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar.

Fokus auf Effizienz statt Legacy-Content

Der Strategieschwenk ist eindeutig: Statt Milliarden für eine bestehende Content-Bibliothek auszugeben, setzt Netflix auf Technologien zur Kostensenkung. Visuelle Effekte und Postproduktion verschlingen je nach Projekt 15 bis 50 Prozent des Budgets – genau hier soll InterPositive ansetzen.

Die zweite Staffel von "ONE PIECE" und der Film "Peaky Blinders: The Immortal Man" stehen im zweiten Quartal an. Sie werden zeigen, ob die Wachstumsstrategie ohne Mega-Übernahme funktioniert.

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