Nestlé vollzieht einen Strategiewechsel – und der ist teuer. Der Verkauf der Premium-Kaffeekette Blue Bottle Coffee an den chinesischen Investor Centurium Capital für unter 400 Millionen Dollar besiegelt einen Verlust: 2017 hatte der Schweizer Konzern noch 425 Millionen Dollar für die Mehrheitsbeteiligung gezahlt, bei einer Gesamtbewertung von über 700 Millionen. Der Abschied vom kapitalintensiven Cafégeschäft ist kein Einzelfall, sondern Teil eines umfassenden Umbaus unter CEO Philipp Navratil.

Desinvestitionen statt Expansion

Die neue Strategie heißt „Asset-light": Nestlé trennt sich systematisch von Geschäftsbereichen, die hohe Investitionen erfordern. Nach Blue Bottle stehen das Wassergeschäft und weitere Premiumgetränke-Sparten zur Disposition. Formale Verkaufsgespräche laufen seit dem ersten Quartal 2026, eine Entkonsolidierung ist ab 2027 geplant. Bereits abgeschlossen ist der Verkauf des Eiscremegeschäfts an Froneri.

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Was bleibt, sind vier Kernbereiche: Coffee, Petcare, Nutrition sowie Food & Snacks. Bei Blue Bottle behält Nestlé immerhin das Kapsel- und Maschinengeschäft – die Cafés gehen komplett an Centurium Capital, den Kontrollaktionär der chinesischen Kette Luckin Coffee. Eine Fusion der beiden Marken ist nicht vorgesehen.

Wachstum mit Gegenwind

Die Jahreszahlen 2025 zeigen organisches Wachstum von 3,5 Prozent bei einem Umsatz von 89,5 Milliarden Franken. Das reale interne Wachstum lag bei 0,8 Prozent, der Rest kam durch Preiserhöhungen. Die operative Marge erreichte 16,1 Prozent, der Gewinn je Aktie fiel jedoch um 16,3 Prozent.

Für 2026 erwartet Nestlé organisches Wachstum zwischen drei und vier Prozent – bereits eingepreist ist ein Rückschlag durch den Rückruf von Säuglingsnahrung, der etwa 20 Basispunkte kostet. Die Margenerholung soll vor allem in der zweiten Jahreshälfte greifen.

Sparprogramm greift durch

Parallel läuft der Stellenabbau: 16.000 Jobs fallen weg, etwa sechs Prozent der Belegschaft. Davon entfallen 12.000 auf die Verwaltung, 4.000 auf operative Bereiche. Das „Fuel for Growth"-Programm soll bis Ende 2027 Einsparungen von drei Milliarden Franken bringen.

Auch die Vergütung wird umgebaut: Ab 2026 hängen Führungskräfte-Boni stärker vom realen internen Wachstum ab. Reine Preiserhöhungen reichen nicht mehr als Leistungsnachweis – ein „RIG-Gatekeeper" kontrolliert die Zielerreichung.

KitKat setzt auf Formel 1

Wo gespart wird, wird anderswo investiert: KitKat startet als offizieller Schokoladenpartner in die erste vollständige Formel-1-Saison. Bei zwölf Rennen soll die Marke mit Social-Media-Kampagnen, Sonderprodukten und Gewinnspielen präsent sein. In ausgewählten Märkten bucht Nestlé zusätzlich Werbung rund um die Netflix-Serie „Drive to Survive" – ein gezielter Vorstoß in Richtung jüngerer Zielgruppen.

Der freie Cashflow soll 2026 auf über neun Milliarden Franken steigen. Am 22. April zahlt Nestlé die nächste Dividende.

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