Netflix Aktie: CFRA dreht
Nach dem gescheiterten Warner-Bros.-Abenteuer und einem Februar-Plus von über 15 Prozent hebt CFRA Research die Netflix-Aktie auf „Buy" – mit Kursziel 115 Dollar. Die Begründung: Werbegeschäft und Preissetzungsmacht könnten mehr wettmachen als der Verzicht auf die 83-Milliarden-Übernahme.
Von „Hold" zu „Buy" – CFRA schwenkt um
Analyst Kenneth Leon erhöhte am Freitag, den 6. März, sein Kursziel um 22 auf 115 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 16 Prozent. Die Kehrtwende ist bemerkenswert: CFRA hatte Netflix im Dezember 2025 noch herabgestuft, als der Warner-Bros.-Deal angekündigt wurde.
Leon sieht die wachsenden Werbeerlöse als Ausgleich für langsameres Abo-Wachstum. Zusätzliches Potenzial ortet er in entwickelten Märkten außerhalb Nordamerikas und Europas – etwa in Japan. Auch die Preissetzungsmacht des Streamers bewertet er positiv: Netflix erweitert sein Universum durch Video-Podcasts, Live-Events und Kooperationen mit Social-Media-Creators. Generative KI sieht Leon ebenfalls als Katalysator.
2,8 Milliarden Ausstiegsgebühr nach Deal-Absage
Das Upgrade reiht sich ein in eine Serie positiver Analystenstimmen, die auf Netflix' Rückzieher beim Warner-Bros.-Kauf folgten. Im Februar legte die Aktie um 15,3 Prozent zu – hauptsächlich, weil das Unternehmen die 83-Milliarden-Offerte zurückzog. Die geplante Barübernahme hätte Netflix' Verschuldung verfünf- bis versechsfacht. Investoren reagierten verschreckt.
Am 5. Dezember 2025 hatte Netflix den Kauf von Warner Bros. Discovery zu einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden Dollar angekündigt. Der Zugriff auf Harry Potter, DC Comics und Game of Thrones klang verlockend. Die Börse sah das anders: Die Aktie stürzte zweistellig ab, Analysten stuften herab.
Als Paramount Skydance mit 110 Milliarden Dollar ein höheres Gebot vorlegte, verzichtete Netflix auf ein Gegenangebot. Management-Begründung: finanziell nicht mehr attraktiv genug. Netflix kassierte eine Ausstiegsgebühr von 2,8 Milliarden Dollar. Innerhalb von fünf Tagen kletterte der Kurs um fast 25 Prozent.
JPMorgan war schneller
CFRA war nicht das erste große Haus. Anfang März nahm JPMorgan die Coverage mit „Overweight" und Kursziel 120 Dollar wieder auf – und löste damit eine mehrtägige Rally aus. Am Donnerstag, den 5. März, schloss die Aktie bei 99,17 Dollar, ein Plus von 0,51 Dollar oder 0,52 Prozent.
Starker Cashflow, Werbeerlöse verdoppeln sich
Die Analysteneuphorie fußt auf soliden Q4-2025-Zahlen. Netflix meldete am 20. Januar 2026 einen Umsatzanstieg von 18 Prozent auf 12,05 Milliarden Dollar – über den Schätzungen. Treiber waren Abo-Zuwächse, Preisanpassungen und Schwung beim Werbe-Tier.
Mit weltweit 325 Millionen Abonnenten – plus acht Prozent im Jahresvergleich – erzielte Netflix einen Rekord-Free-Cashflow von 9,5 Milliarden Dollar für 2025. Die Prognose für 2026 lautet auf 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar Umsatz, was 12 bis 14 Prozent Wachstum entspricht. Die operative Marge soll auf 31,5 Prozent steigen, nach 29,5 Prozent im Vorjahr.
Werbung als neuer Motor
Werbeerlöse steuerten 2025 bescheidene 1,5 Milliarden Dollar bei – ein Anstieg um mehr als das 2,5-Fache. Für 2026 peilt Netflix eine Verdopplung auf drei Milliarden an. Mittelfristig könnte Werbung zu einer Kernsäule werden. In gesättigten Märkten wie Nordamerika oder Westeuropa bietet Monetarisierung über Ads Wachstumsspielraum, den reine Abo-Modelle nicht mehr liefern.
Content-Slate im März
Die weltweite Sehdauer legte in der zweiten Jahreshälfte 2025 um zwei Prozent zu, bei Eigenproduktionen waren es neun Prozent – nach sieben Prozent im ersten Halbjahr. Am 10. März startet die zweite Staffel von One Piece, am 20. März kehrt Cillian Murphy als Tommy Shelby in Peaky Blinders: The Immortal Man zurück.
Ausblick: Organisches Wachstum im Fokus
Die Q1-2026-Zahlen werden für April erwartet. Investoren schauen auf Abo-Zuwächse, Werbe-Fortschritt und Margenentwicklung. Netflix' Schwenk zu diszipliniertem Wachstum kommt in einem Markt gut an, der Profitabilität über Expansion um jeden Preis stellt.
Die Aktie ist sportlich bewertet. Die Frage: Können organisches Wachstum – angetrieben durch Werbung und ein um zehn Prozent höheres Content-Budget 2026 – die strategische Lücke des abgesagten Deals füllen? Das CFRA-Upgrade deutet an, dass zumindest ein wachsender Teil der Wall Street daran glaubt.
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