Netflix setzt zu Monatsbeginn ein Ausrufezeichen: Nach einem starken Februar stellen sich immer mehr Analysten hinter die „Organic Growth“-Story des Streaming-Konzerns. Der jüngste Impuls kommt von CFRA Research, die das Papier am Freitag auf „Buy“ hochgestuft haben. Doch was treibt den Optimismus konkret?

CFRA hebt Ziel auf 115 Dollar

CFRA begründet das Upgrade von „Hold“ auf „Buy“ vor allem mit zwei Hebeln: dem wachsenden Werbegeschäft und der Fähigkeit, Preise durchzusetzen. Analyst Kenneth Leon erhöhte sein 12-Monats-Kursziel um 22 Dollar auf 115 Dollar. Das entspricht laut CFRA einem Potenzial von 16% gegenüber dem damaligen Niveau.

Inhaltlich stützt Leon seine These auf mehrere Säulen: mehr Mitglieder, steigender Umsatz pro Nutzer dank Preissetzungsmacht und zusätzliche Erlöse durch Werbung. Für 2026 sieht er aus Werbung einen inkrementellen Umsatzbeitrag von „vielleicht 1,5 bis 3,0 Milliarden Dollar“.

Als weiteren Treiber für dieses Jahr nennt CFRA den Versuch, die Durchdringung in entwickelten Märkten außerhalb Nordamerikas und Europas zu erhöhen – etwa in Japan. Zudem erweitert Netflix sein Content-„Universum“ mit Videopodcasts, Live-Events und Kooperationen mit Social-Media-Creatorn. Auch generative KI wird als möglicher zusätzlicher Impuls genannt.

Deal-Rückzug als Kurskatalysator

Die Hochstufung fällt in eine Phase, in der sich die Stimmung nach einem wichtigen Strategiewechsel deutlich aufgehellt hat. Im Februar 2026 legte die Aktie um 15,3% zu – maßgeblich, weil Netflix sein 83-Milliarden-Dollar-Angebot für Warner Bros. Discovery fallenließ. Die geplante reine Bartransaktion hätte die Verschuldung laut Bericht um das Fünf- bis Sechsfache erhöht und Investoren verunsichert.

Am Tag des offiziellen Rückzugs sprang die Aktie um fast 14% nach oben. Netflix erhielt zudem eine Abbruchgebühr von 2,8 Milliarden Dollar, nachdem Warner Bros. das Angebot von Paramount Skydance als überlegen einstufte. Eine fünftägige Rally schob den Kurs in Summe um fast 25% an – getragen von der Erwartung und späteren Bestätigung, dass Netflix den WBD-Deal nicht weiterverfolgt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?

JPMorgan hatte die Richtung zuvor bereits mitgeprägt: Anfang März nahm die Bank die Beobachtung wieder auf, vergab „Overweight“ und setzte ein Kursziel von 120 Dollar. Die CFRA-Stimme liefert nun zusätzlichen Rückenwind für das positive Narrativ nach dem Deal-Rückzug.

Zahlen stützen die Story

Der Optimismus baut auch auf den Q4-Zahlen 2025 auf. Netflix meldete am 20. Januar 2026 für das vierte Quartal einen Umsatzanstieg von 18% auf 12,05 Milliarden Dollar und lag damit über den Schätzungen. Als Treiber nennt der Bericht Mitgliederzuwächse, Preisanpassungen und Dynamik beim Werbe-Abo.

Weltweit kam Netflix auf 325 Millionen zahlende Abonnenten, ein Plus von 8% zum Vorjahr – „solide, aber mit nachlassendem Tempo“. Für 2025 wies das Unternehmen einen freien Cashflow von 9,5 Milliarden Dollar aus (Rekord) und übertraf damit die eigene Prognose.

Für 2026 bleibt der Ausblick positiv, aber nicht überzogen: Erwartet werden 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar Umsatz (plus 12–14%) und eine operative Marge von 31,5% nach 29,5% im Jahr 2025.

Besonders auffällig: das Werbegeschäft. Die Werbeerlöse stiegen 2025 auf mehr als das 2,5-Fache. Das Management rechnet damit, dass sich dieser margenstarke Bereich 2026 nochmals etwa verdoppelt und dann rund 3 Milliarden Dollar Umsatz erreicht. Gerade in weitgehend gesättigten Märkten wie Nordamerika und Westeuropa kann Netflix damit laut Bericht weiter wachsen, ohne allein auf neue Abos angewiesen zu sein.

Nächster Prüfstein schon im März

Der erste Praxistest der eigenständigen Strategie folgt laut Bericht bereits im März – mit einer Reihe großer Releases. Genannt werden unter anderem die zweite Staffel von One Piece sowie der MLB Opening Day, die nicht nur neue Inhalte liefern, sondern auch als Signal für Engagement dienen sollen.

Ebenfalls im Programm: Peaky Blinders: The Immortal Man, ein lange erwarteter Film vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, in dem Cillian Murphy seine Rolle als Tommy Shelby wieder aufnimmt.

Im April werden die Q1-Zahlen erwartet. Dann dürften vor allem Netto-Neukunden, die Entwicklung des Werbe-Abos und die Margen im Mittelpunkt stehen. Am Freitag schloss die Aktie laut Bericht bei 99,02 Dollar.

Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 07. März liefert die Antwort:

Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...