Netflix Aktie: Kehrtwende geglückt
Die Netflix-Aktie hat Ende Februar und Anfang März 2026 deutlich zugelegt. Der Grund: Der Streaming-Riese zog seinen 83-Milliarden-Dollar-Übernahmeversuch für Warner Bros. Discovery zurück – ein Schritt, den die Wall Street als finanziell vernünftig würdigt.
Rückzug aus Warner-Bros.-Deal als Befreiung
Am 5. Dezember hatte Netflix angekündigt, Warner Bros. für einen Unternehmenswert von 82,7 Milliarden Dollar inklusive Schuldenübernahme zu erwerben. Der Deal hätte Zugang zu ikonischen Franchises wie Harry Potter, dem DC-Comic-Universum und Game of Thrones gebracht.
Die Märkte reagierten jedoch von Anfang an skeptisch. Trotz erkennbarer Synergien schickten Investoren die Netflix-Aktie zweistellig nach unten. Als Paramount Skydance das Gebot auf 110 Milliarden Dollar erhöhte, verzichtete Netflix auf ein Gegenangebot. Das Management begründete den Rückzug damit, dass der Deal finanziell nicht mehr attraktiv genug sei.
Ganz ohne Gegenleistung blieb Netflix allerdings nicht. Nach dem Rückzug flossen 2,8 Milliarden Dollar Vertragsstrafe an das Unternehmen – laut Wall Street Journal möglicherweise das bessere Ergebnis, da Netflix sein Geschäftsmodell nicht verkompliziert.
15 Prozent Plus im Februar
Die Netflix-Aktie legte im Februar 2026 um 15,3 Prozent zu. Der Haupttreiber war die Absage des Deals, der die Schuldenlast um das Fünf- bis Sechsfache erhöht hätte. Ende 2025 verfügte Netflix über 9 Milliarden Dollar Cash-Reserven bei 13,5 Milliarden Dollar langfristiger Schulden – die geplante schuldenfinanzierte Übernahme wäre eine massive Belastung gewesen.
Der Kursanstieg verlief nicht geradlinig. Zwischenzeitlich gab die Aktie zweimal um 9,1 Prozent nach, bevor sie in den letzten fünf Tagen des Monats um 26,6 Prozent zulegte.
Analysten drehen ins Positive
Der Deal-Rückzug löste eine Welle von Hochstufungen aus. Am 6. März hob CFRA-Analyst Kenneth Leon Netflix von "Hold" auf "Buy" und setzte das Kursziel auf 115 Dollar. Zwei Tage zuvor hatte JPMorgan die Aktie auf "Overweight" mit Kursziel 120 Dollar hochgestuft. Barclays nahm die Coverage mit "Equal-Weight" und Kursziel 115 Dollar wieder auf.
Kerngeschäft überzeugt weiter
Die positive Reaktion stützt sich auf solide Fundamentaldaten. Netflix erzielte 2025 einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar – ein Plus von 16 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs um 28 Prozent, da die Kosten langsamer stiegen als die Erlöse. Der Nettogewinn erreichte 11 Milliarden Dollar, 26 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mit 325 Millionen Abonnenten weltweit (+8 Prozent) wächst die Nutzerbasis weiter, wenn auch langsamer. Bemerkenswert ist der freie Cashflow von 9,5 Milliarden Dollar für 2025 – ein Rekord, der die eigene Prognose übertraf.
Werbung wird zum Wachstumstreiber
Das Werbegeschäft steuerte 2025 erst 1,5 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Das Management rechnet jedoch mit einer Verdopplung auf 3 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Bereits 2025 wuchs der Werbebereich um mehr als das 2,5-Fache.
Für 2026 prognostiziert Netflix einen Gesamtumsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 12 bis 14 Prozent. Die Gesamtsehdauer stieg in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 2 Prozent, bei Eigenproduktionen sogar um 9 Prozent.
Im März stehen hochkarätige Neuveröffentlichungen an, darunter "Peaky Blinders: The Immortal Man", "BTS: THE RETURN" sowie neue Folgen von "ONE PIECE" und "Virgin River".
Bewertung deutlich unter historischem Durchschnitt
Das KGV liegt aktuell bei etwa 39 – unter den Durchschnittswerten der vergangenen drei, fünf und zehn Jahre. Der 3-Jahres-Durchschnitt beträgt 42,5, der 5-Jahres-Schnitt 41,3. Die Aktie handelt damit mit einem Abschlag zur eigenen Historie.
Wachstumschancen sieht das Management in werbefinanziertem Streaming, Live-Events, Sport, Podcasts und Videospielen – alles Bereiche, die nach dem Warner-Bros.-Ausstieg strategisch priorisiert werden.
Fokus auf organisches Wachstum
Die Frage ist nun, ob organisches Wachstum durch Werbung und eine für 2026 geplante Content-Budgeterhöhung um 10 Prozent die strategische Lücke füllen kann. In Nordamerika und Westeuropa dürfte die Marktdurchdringung weitgehend erreicht sein. Monetarisierungsstrategien wie Werbung bieten jedoch Spielraum für weiteres Wachstum.
Mit mehreren Analystenhochstufungen, Rekord-Cashflow und einem rasant wachsenden Werbegeschäft richtet sich der Fokus wieder auf die eigenständige Wachstumsstory. Die 2,8-Milliarden-Dollar-Vertragsstrafe gibt zusätzlichen finanziellen Spielraum.
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