Nestlé zieht die Daumenschrauben an – und macht Leistung im Konzern spürbar teurer oder günstiger. Der Lebensmittelriese koppelt Prämien stärker an messbares Wachstum und weitet die Spreizung bei Bonuszahlungen deutlich aus. Was steckt hinter dem neuen System, und warum kommt es genau jetzt?

Sechs Bewertungsstufen, deutlich größere Spreizung

Am 25. Februar hat Nestlé ein überarbeitetes System zur Leistungsmessung eingeführt. Statt drei gibt es nun sechs Bewertungsstufen für die rund 271.000 Beschäftigten. Der Kern: Top-Performance wird stärker belohnt, schwache Leistung kann hingegen nahezu leer ausgehen.

Wer künftig die Bestnote „exemplary“ erhält, kann bis zu 150% des Bonusziels bekommen – zuvor waren es 130%. Am unteren Ende wird es spürbar härter: Bei „unsatisfactory“ gibt es gar keinen oder höchstens 50% des Zielbonus. In der Vergangenheit lag die Untergrenze laut Ausgangstext häufig bei mindestens 80%, selbst bei nur erfüllten Mindestanforderungen.

„RIG-Gatekeeper“: Wachstum als Eintrittskarte für Boni

Ein zentrales neues Element ist die Kopplung der Bonuszahlungen an das Real Internal Growth (RIG) – also das mengenbasierte Umsatzwachstum. CEO Philipp Navratil sprach bei der Präsentation der Jahreszahlen von einem „RIG-Gatekeeper“: Es gibt ein Mindestniveau an RIG, das erreicht werden muss, bevor Boni fließen.

Zugleich sind Bonuszahlungen für Führungskräfte stärker an die Gesamtleistung des Konzerns gebunden. Die Idee dahinter: ein gemeinsames Kennzahlensystem, das Teams auf ein Ziel einschwört. Der Fokus liegt darauf, das RIG vom 0,8%-Niveau aus 2025 zu steigern.

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Umbau unter Navratil – Zahlen liefern den Hintergrund

Die Bonus-Reform ist Teil eines breiteren Restrukturierungsprogramms, das Navratil seit seinem Amtsantritt im September 2025 vorantreibt. Dazu zählen der angekündigte Abbau von 16.000 Stellen, die Fokussierung auf vier Kerngeschäftsbereiche sowie Portfoliomaßnahmen: der geplante Verkauf des verbleibenden Eiscreme-Geschäfts an Froneri und der formelle Prozess zur Veräußerung des Wassergeschäfts (u.a. Henniez, Perrier) sowie einiger Vitaminmarken.

Warum dieser Druck? 2025 sank der Nettogewinn um 17% auf 9,0 Mrd. CHF. Operativ gab es jedoch Lichtblicke: Im vierten Quartal lag das organische Umsatzwachstum bei 4% und damit über der Markterwartung von 3,55%. Zusätzlich nennt der Quelltext eine UTOP-Marge von 16,1% sowie 9,2 Mrd. CHF freien Cashflow.

Belastend wirkte zudem ein globaler Vorsorge-Rückruf von Säuglingsnahrung im Januar 2026. Nestlé beziffert den negativen Effekt in der organischen Wachstumsprognose auf 20 Basispunkte und nennt 1,7 Mrd. CHF Restrukturierungsposten, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Rückruf.

An der Börse hat der Titel zuletzt dennoch Rückenwind: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 92,25 Euro, rund 2,77% unter dem 52-Wochen-Hoch.

Zum Ausblick: Für 2026 peilt Nestlé 3% bis 4% organisches Umsatzwachstum an, verbunden mit einer Verbesserung der operativen Marge (2025: 16,1%). Außerdem stellt der Konzern einen Free Cash Flow von über 9 Mrd. CHF in Aussicht.

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