Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA legt mit dem Geschäftsbericht 2025 ein Zahlenwerk vor, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Dem höchsten Nettoverlust der Unternehmensgeschichte steht eines der stärksten Auftragsquartale gegenüber. Eine paradoxe Situation, die zeigt: Der Markt kommt in Bewegung – nur anders als erhofft.

Umsatzeinbruch setzt sich fort

Das Gesamtjahr 2025 schloss Nel mit Erlösen von 963 Millionen NOK ab, ein Rückgang um 31 Prozent gegenüber den 1.390 Millionen NOK aus 2024. Allein im vierten Quartal gingen die Umsätze auf 330 Millionen NOK zurück, 20 Prozent weniger als im Vorjahresquartal (416 Millionen NOK).

Die Gesamterlöse inklusive sonstiger Erträge erreichten im Schlussquartal 361 Millionen NOK. Das EBITDA lag bei minus 36 Millionen NOK – unverändert zum Vorquartal und Vorjahr. Der Grund für diese volatilen Schwankungen: Große Elektrolyseur-Projekte werden unregelmäßig ausgeliefert, abhängig vom Entwicklungsstand der Kundenprojekte weltweit.

Abschreibungen in Rekordhöhe

Der Nettoverlust im vierten Quartal belief sich auf 870 Millionen NOK – eine dramatische Verschlechterung gegenüber den 64 Millionen NOK Verlust im Vorjahresquartal. Haupttreiber waren nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen in Höhe von 799 Millionen NOK.

Davon entfielen 439 Millionen NOK auf Goodwill und immaterielle Technologie-Vermögenswerte im PEM-Segment. Weitere 361 Millionen NOK betrafen Produktionsanlagen für alkalische Elektrolyseure am Standort Herøya. Über das Gesamtjahr summierte sich der Nettoverlust auf 1.265 Millionen NOK, verglichen mit 258 Millionen NOK in 2024.

Auftragseingang verdreifacht sich

Der Auftragseingang im vierten Quartal erreichte 686 Millionen NOK – eine Steigerung um 364 Prozent gegenüber den 148 Millionen NOK aus dem Vorjahresquartal. Es war das zweitbeste Quartal in der Unternehmensgeschichte. Der Auftragsbestand wuchs auf 1,3 Milliarden NOK, wobei rund 70 Prozent auf PEM-Technologie entfallen.

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Die Zahlen deuten auf eine Verschiebung hin: Kunden zögern bei Großprojekten, greifen aber zunehmend bei standardisierten, containerisierten PEM-Paketen zu.

Zu den wichtigsten Vertragsabschlüssen zählen die Projekte HyFuel und Kaupanes von Hydrogen Solutions AS. Die beiden Vorhaben mit kombiniert 40 Megawatt Kapazität haben einen Wert von über 50 Millionen US-Dollar. Zudem bestellte H2 Energy aus der Schweiz eine weitere containerisierte MC500-Einheit – bereits die dritte von Nel.

Herøya-Gigafabrik: Wette auf neue Alkaline-Generation

Im Dezember 2025 genehmigte der Verwaltungsrat die Industrialisierung der "Next Generation Pressurized Alkaline"-Plattform am Standort Herøya. Die seit 2018 entwickelte Technologie hat die Prototypenphase erfolgreich abgeschlossen.

Die erste Ausbaustufe mit einem Gigawatt Kapazität erfordert Investitionen von rund 300 Millionen NOK vor Abzug von Fördermitteln. Die EU unterstützt das Projekt mit bis zu 135 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds, was etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdeckt. Langfristig plant Nel eine Jahreskapazität von bis zu 4 Gigawatt.

Die Markteinführung ist für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen, größere Auslieferungen werden ab 2027 erwartet. Die Investitionen verteilen sich über 2026 und 2027.

Finanzlage und Bewertung

Ende des vierten Quartals verfügte Nel über liquide Mittel von rund 1,6 Milliarden NOK. Die Aktie notierte am 20. Februar 2026 bei etwa 2,10 NOK. In den vergangenen 52 Wochen bewegte sich der Kurs zwischen 1,95 NOK und 3,61 NOK. Die Marktkapitalisierung lag Ende Januar bei knapp 4 Milliarden NOK, basierend auf etwa 1,84 Milliarden ausstehenden Aktien.

Branchengegenwind hält an

Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Europäische Regulierungsbehörden wiesen im Dezember 2025 darauf hin, dass hohe Produktionskosten und schleppender Infrastrukturausbau das Wachstum der Wasserstoffbranche weiterhin bremsen. Nels neue Plattform zielt genau darauf ab: niedrigere Systemkosten und höhere Energieeffizienz.

Am 6. Mai 2026 folgen die Zahlen für das erste Quartal. Bis dahin wird sich zeigen, ob der kräftige Auftragseingang tatsächlich in Umsätze umgewandelt werden kann. Mit dem Anlauf der neuen Alkaline-Technologie und dem Ausbau in Herøya stehen die kommenden Monate für Nel unter besonderer Beobachtung.

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