Die Nel ASA Aktie notiert nahe mehrjähriger Tiefststände und spiegelt das tiefe Misstrauen der Anleger wider. Während das Management alles auf eine neue Technologie-Karte setzt, schmelzen die Auftragsbücher in beängstigendem Tempo dahin. Kann die angekündigte Strategiewende den norwegischen Wasserstoff-Pionier noch retten oder läuft die Zeit für das Unternehmen ab?

Derzeit kämpfen die Norweger mit einem dramatischen Einbruch in der Auftragspipeline. Der Auftragsbestand hat sich innerhalb eines Jahres fast halbiert und fiel auf 984 Millionen NOK – ein Minus von 47 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2024. Noch alarmierender ist der Auftragseingang im operativen Geschäft: Dieser kollabierte auf lediglich 57 Millionen NOK, was einem Rückgang von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Entwicklung hat bereits harte Konsequenzen gefordert. Rund 20 Prozent der Belegschaft wurden Anfang 2025 entlassen, Teile der Elektrolyseur-Produktion in Herøya vorübergehend stillgelegt und Ausrüstung von säumigen Kunden zurückgefordert. Dass die Aktie mittlerweile mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,87 unter ihrem Substanzwert handelt, verdeutlicht die Skepsis des Marktes.

Finanzielle Schieflage

Ein Blick auf die jüngsten Zwölf-Monats-Zahlen offenbart die tiefe Krise des Geschäftsmodells. Einem Umsatz von rund 1,05 Milliarden NOK steht ein Nettoverlust von knapp 459 Millionen NOK gegenüber. Mit einer negativen Gewinnmarge von über 43 Prozent verbrennt das Unternehmen weiterhin massiv Geld. Immerhin lagen die Barreserven im September 2025 noch bei rund 1,76 Milliarden NOK, was kurzfristig einen gewissen Puffer bietet. Die Aktie hat in den letzten zwölf Monaten lediglich 0,26 Prozent Rendite erzielt und hinkt dem Vergleichsindex OBX damit deutlich hinterher.

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Die Wette auf die Zukunft

Das Management versucht die Flucht nach vorn mit der "Next-Generation Pressurized Alkaline"-Plattform. Im Dezember 2025 gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung dieser Technologie in Herøya, unterstützt durch EU-Fördergelder in Höhe von bis zu 135 Millionen Euro. Ziel ist es, die Wasserstoffkosten durch modulare Container-Lösungen drastisch zu senken.

Der Zeitplan ist ambitioniert:
* Investition: Rund 300 Millionen NOK für die erste Gigawatt-Kapazität.
* Marktstart: Erste Jahreshälfte 2026.
* Auslieferung: Industrielle Skalierung ab 2027.

Analysten bleiben angesichts dieser Unsicherheiten vorsichtig. Der Konsens tendiert klar zu "Verkaufen" oder "Untergewichten". Das durchschnittliche Kursziel von 2,22 NOK liegt auf dem aktuellen Kursniveau, wobei Häuser wie Kepler Cheuvreux mit einem Ziel von 1,90 NOK noch weiteres Abwärtspotenzial sehen.

Der nächste entscheidende Termin ist der 26. Februar 2026, wenn Nel ASA die Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegt. Investoren werden genau prüfen, ob die Industrialisierung der neuen Plattform vorankommt und wie sich die Liquidität entwickelt. Nach einem Kursverlust von 93 Prozent seit dem Hoch 2021 müssen die kommenden Quartale beweisen, ob der technologische Umbau tatsächlich zu stabilen Erträgen führen kann.

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