Plug Power hat im vierten Quartal 2025 erstmals seit Jahren eine positive Bruttomarge erzielt – ein Meilenstein für ein Unternehmen, das seit über zwei Jahrzehnten keine Gewinne schreibt. Gleichzeitig lastet eine Wertpapier-Sammelklage auf dem Wasserstoffspezialisten. Ob der operative Fortschritt schwer genug wiegt, um die rechtlichen und finanziellen Risiken zu überwiegen, ist die entscheidende Frage für Anleger.

Operativer Durchbruch nach langer Durststrecke

Die Quartalszahlen für Q4 2025, veröffentlicht am 2. März 2026, überraschten positiv. Der Umsatz stieg auf 225,2 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 217 Millionen Dollar. Noch bedeutsamer: Das Unternehmen erzielte einen Bruttogewinn von 5,5 Millionen Dollar – das entspricht einer Bruttomarge von 2,4 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Bruttoverlust von 233 Millionen Dollar zu Buche gestanden.

Für das Gesamtjahr 2025 kletterte der Umsatz um 12,9 Prozent auf 709,9 Millionen Dollar – erstmals überhaupt übersprang Plug Power die Marke von 700 Millionen Dollar. Verantwortlich für die Margenverbesserung ist das interne Restrukturierungsprogramm „Project Quantum Leap", das Kostensenkungen, Preiserhöhungen, Personalabbau und eine Konsolidierung von Standorten umfasste. Allein die GenEco-Elektrolyseure trugen mit einem Rekordumsatz von 187 Millionen Dollar bei und verfügen laut Unternehmen über einen globalen Vertriebstrichter von rund 8 Milliarden Dollar.

Neuer Chef, neue Strategie

Anfang März übernahm Jose Luis Crespo den CEO-Posten von Gründer Andy Marsh. Crespo war zuvor als President und Chief Revenue Officer tätig und bringt mehr als zehn Jahre Erfahrung im Wasserstoff- und Brennstoffzellenbereich mit. Besonders sein Netzwerk in Europa gilt als strategischer Vorteil – einem Markt, der für Plug Power zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Das Management hält an einem ambitionierten Fahrplan fest: positives EBITDAS im vierten Quartal 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027 und vollständige Profitabilität bis Ende 2028. Allerdings hat Plug Power ähnliche Ziele bereits mehrfach verfehlt – die Skepsis am Markt ist daher berechtigt.

Zur Stärkung der Bilanz vereinbarte das Unternehmen einen Vermögensverkauf an Stream Data Centers mit erwarteten Bruttoerlösen von mindestens 132,5 Millionen Dollar. Zusammen mit weiteren geplanten Maßnahmen soll ein Liquiditätsprogramm von insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar realisiert werden. Nach einer Schuldenrestrukturierung verfügt Plug Power eigenen Angaben zufolge über 368,5 Millionen Dollar an frei verfügbarem Bargeld – genug, um ohne neue Kapitalerhöhung durch das Jahr 2026 zu kommen.

Rechtliches Risiko trübt das Bild

Neben dem operativen Fortschritt belastet eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Die Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld wirft Plug Power und einzelnen Führungskräften vor, Investoren über die Aussichten auf Fördermittel des US-Energieministeriums und den Bau von Wasserstoffproduktionsanlagen getäuscht zu haben. Als größten Kurseinbruch im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Fehlinformationen nennt die Klage ein Minus von 17 Prozent am 14. November 2025. Die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger läuft bis zum 3. April 2026.

Die Aktie reagierte auf die starken Quartalszahlen zunächst mit einem Kurssprung von rund 1,81 auf zeitweise 2,50 Dollar, hat seitdem aber einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Plug Power geht in das zweite Quartal 2026 mit echten operativen Fortschritten – aber auch mit einer offenen Klage und dem strukturellen Problem, dass aus kommerzieller Dynamik bislang noch keine nachhaltige Profitabilität geworden ist.

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