Bis zum 1. April 2026 läuft die Frist: Mutares braucht die Zustimmung seiner Anleihegläubiger — und die Entscheidung dürfte den Kurs kurzfristig bewegen.

Hintergrund ist ein Verstoß gegen eine Finanzkennzahl aus den Anleihebedingungen. Das Unternehmen konnte zum 31. Dezember 2025 das vereinbarte Verhältnis von Konzern-Nettoverschuldung zu Eigenkapital nicht einhalten. Ursachen sind Bewertungseffekte, weniger eigenkapitalwirksame Transaktionen im vierten Quartal sowie gestiegene Leasingverbindlichkeiten. Mutares bittet die Inhaber der Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 nun per schriftlichem Verfahren um einen temporären Verzicht auf die Kennzahlprüfung bis Ende Juni 2026 — und bietet als Gegenleistung eine Gebühr von 1,50 % des Nominalvolumens.

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Gläubiger zeigen sich aufgeschlossen

Der Vorstand rechnet mit einer Zustimmung bis zum 5. April 2026 — und hat dafür Rückenwind aus der jüngsten Nordic Bond Conference. Wesentliche Bond-Investoren begrüßten dort die proaktive Kommunikation und nahmen insbesondere den Plan zur schrittweisen Rückführung der Anleihe 2023/2027 positiv auf. Ab dem zweiten Quartal 2026 will Mutares pro Quartal mindestens 25 Millionen Euro dieser Anleihe zurückkaufen. Das Ziel: den Anleihe-Nominalbetrag bis Ende 2026 auf 250 bis 300 Millionen Euro zu senken.

Operatives Geschäft liefert Substanz

Parallel zum laufenden Gläubigerverfahren zeigt das operative Geschäft klare Stärke. Im ersten Quartal 2026 unterzeichnete Mutares drei Akquisitionen und sechs Exit-Transaktionen. Fünf Closings auf der Kaufseite stehen noch bevor, darunter die Gas Solutions-Sparte von Wärtsilä, das Fußbodengeschäft der Hamberger Industriewerke sowie das Engineering-Thermoplastics-Geschäft (ETP) von SABIC in Amerika und Europa. Allein diese drei Transaktionen stehen für einen annualisierten Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro.

Das ETP-Geschäft von SABIC hebt Mutares dabei besonders hervor: rund 2,0 Milliarden Euro Jahresumsatz, ein Eigenkapital in ähnlicher Größenordnung und historische operative Ergebnisse von mehr als 500 Millionen Euro. Der Vorstand ist überzeugt, dass allein durch die Wärtsilä- und SABIC-Akquisitionen die verletzte Finanzkennzahl zum 30. Juni 2026 wieder eingehalten und deutlich unterschritten wird.

Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss der Holding von 165 bis 200 Millionen Euro. Warburg Research bestätigt ein Kursziel von 46 Euro und sieht das operative Potenzial intakt. Die Aktie notiert aktuell bei 30,20 Euro — damit liegt sie rund 34 % unter diesem Kursziel. Die endgültigen Zahlen für 2025 folgen mit dem Geschäftsbericht am 28. April 2026.

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