Der britische Ölkonzern BP erlebt derzeit eine bemerkenswerte operative Dynamik. Gleich drei strategische Meilensteine fallen in diesen Tagen zusammen und zwingen selbst skeptische Marktbeobachter zu einer Neubewertung. Neben einem milliardenschweren Raffinerie-Verkauf in Deutschland sorgt der Start eines neuen Gasprojekts in Angola für eine Aufhellung der Zukunftsaussichten.

HSBC ändert den Kurs

Verantwortlich für das ungewöhnlich hohe Handelsvolumen am Montag war vor allem eine Kehrtwende der Großbank HSBC. Die Analysten stuften das Papier von „Reduce“ auf „Hold“ hoch und hoben das Kursziel deutlich von 35,10 auf 45,30 US-Dollar an. Der Grund für dieses Umdenken liegt im rasanten Anstieg der Rohölpreise.

Bei einem Brent-Preis von 80 US-Dollar pro Barrel rechnet die Bank für 2026 mit einem operativen Cashflow, der vier Milliarden US-Dollar über den bisherigen Schätzungen liegt. Folglich dürfte der Schuldenberg des Konzerns schneller schmelzen als ursprünglich angenommen. HSBC geht nun davon aus, dass die Nettoverschuldung bis Ende 2026 auf 9 Milliarden US-Dollar sinkt, was den unternehmenseigenen Zielkorridor deutlich unterbieten würde.

Radikaler Umbau in Deutschland

Flankiert wird der optimistischere Ausblick von harten strategischen Einschnitten. BP trennt sich von seiner größten deutschen Raffinerie in Gelsenkirchen und verkauft den Komplex an die Klesch Group. Dieser Schritt entfernt auf einen Schlag rund eine Milliarde US-Dollar an jährlichen Betriebskosten aus den Büchern.

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Damit schraubt das Management sein Ziel für strukturelle Kostensenkungen bis 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar nach oben. Es ist bereits die zweite Erhöhung dieser Zielmarke im laufenden Jahr. Der Verkauf fügt sich in ein größeres Devestitionsprogramm ein, durch das BP seine Raffinerie-Gewinnschwelle bis 2027 um etwa 3 US-Dollar pro Barrel senken will.

Neues Gasprojekt und Dividende

Auch auf der Produktionsseite meldet der Konzern Vollzug. Das Joint Venture Azule Energy hat die Gasförderung im angolanischen Quiluma-Feld gestartet. Die Kapazität soll sich bis Ende 2026 auf etwa 330 Millionen Standardkubikfuß pro Tag mehr als verdoppeln.

Diese operative Stärke spiegelt sich mittlerweile im Kurs wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits gut 22 Prozent zugelegt. Durch diese Rally wird die Aktie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 bewertet und ist damit kein klassisches Schnäppchen mehr im Energiesektor. Anleger, die auf regelmäßige Erträge setzen, blicken derweil auf den kommenden Freitag, den 27. März: An diesem Tag schüttet BP eine Quartalsdividende in Höhe von 0,4992 US-Dollar je Aktie aus.

Trotz der jüngsten Erfolge bleibt der breite Markt vorsichtig. Der Analystenkonsens rät im Durchschnitt lediglich zum Halten der Papiere, mit einem Kursziel von 38,28 US-Dollar. Den nächsten konkreten Einblick in die Bücher gewährt das Management am 28. April mit der Vorlage der Quartalsergebnisse. Dieser Bericht wird detailliert aufschlüsseln, in welchem Umfang die gestiegenen Ölpreise den operativen Cashflow im laufenden Jahr bereits gestärkt haben.

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