Ein ehrgeiziger Plan trifft auf eine harte Marktrealität. Während Circus SE für das laufende Jahr einen massiven Umsatzsprung auf bis zu 55 Millionen Euro anpeilt, hat die Aktie pünktlich zum Wochenstart ein neues 52-Wochen-Tief erreicht. Der anstehende Investorentag in München muss nun die Lücke zwischen theoretischen Milliardenpotenzialen und tatsächlichen Zahlungsflüssen schließen.

Zwischen Pilotphase und Kasse

Die Ausgangslage für das Management könnte kaum herausfordernder sein. Einem mageren Erlös von 0,25 Millionen Euro im vergangenen Jahr steht die ambitionierte Prognose von 44 bis 55 Millionen Euro für 2026 gegenüber. Diese Diskrepanz spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Mit dem heutigen Rückgang auf 5,96 Euro hat das Papier exakt sein Jahrestief markiert und seit Januar über 50 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zur 200-Tage-Linie von mehr als 55 Prozent unterstreicht die tiefe Skepsis der Anleger hinsichtlich der Kommerzialisierungsgeschwindigkeit.

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Warten auf verbindliche Verträge

Operativ stützt sich das Unternehmen derzeit stark auf Testläufe. So nutzt die Bundeswehr den Kochroboter CA-1 bereits in Kasernen, und REWE erprobt das Konzept in einem Düsseldorfer Markt. Eine Entscheidung des Handelsriesen über eine Ausweitung der Zusammenarbeit fällt allerdings erst nach einer achtmonatigen Evaluierung im Sommer oder Herbst. Zwar verweist Circus auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von 1,6 Milliarden Euro. Bislang haben sich diese Absichtserklärungen jedoch kaum in harte Lieferverträge verwandelt.

Produktion und Rüstungsfantasie

An der Infrastruktur scheitert das Wachstumsvorhaben offenbar nicht. Die Produktionskapazitäten sind in Zusammenarbeit mit Celestica auf vierstellige Stückzahlen ausgelegt, während ein Leasingmodell mit der LBBW-Tochter MMV die hohen Anschaffungskosten für Kunden abfedern soll. Auch die Liquidität ist nach einem Zufluss von 30 Millionen Euro Ende 2025 vorerst gesichert. Zusätzliche Impulse erhofft sich der Vorstand von der neuen Tochtergesellschaft Circus Defence SE, die seit August 2025 über eine NATO-Zulassung für multinationale Beschaffungsprogramme verfügt.

Am 28. März in der Motorworld München muss das Management konkrete Belege für den Übergang von der Pilot- in die Rollout-Phase vorlegen. Nur wenn verbindliche Kaufverträge von Partnern wie REWE oder Mercedes präsentiert werden, erhält die massive Umsatzprognose für das laufende Jahr ein belastbares Fundament. Fehlen diese Nachweise, dürfte der Verkaufsdruck bei der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 231 Millionen Euro weiter anhalten.

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