Die Beteiligungsgesellschaft Mutares präsentiert für das abgelaufene Jahr starke operative Rekordzahlen, muss aber gleichzeitig die eigenen Anleihegläubiger um einen Gefallen bitten. Wegen einer technischen Verletzung der Bilanzvorgaben ersucht das Management um einen Verzicht auf die vertragliche Prüfung. Dieser Kontrast aus deutlichem Wachstum und formellen Finanzierungsfragen prägt aktuell die Bewertung des Papiers.

Verzögerte Exits belasten Kennzahlen

Konkret geht es um die Überschreitung der vereinbarten Verschuldungsquote (Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital) zum Stichtag Ende 2025. Mutares bittet die Investoren zweier Unternehmensanleihen, die Überprüfung dieser Ratio bis zum 30. Juni 2026 auszusetzen. Verantwortlich für die Schieflage sind laut Unternehmensangaben primär buchhalterische Effekte durch Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 sowie eine geringere Anzahl an erfolgreichen Unternehmensverkäufen im Schlussquartal.

Operativ lief es für die Münchener hingegen rund. Der Konzernumsatz kletterte 2025 auf rund 6,5 Milliarden Euro. Auch das Nettoergebnis der Holding verbesserte sich deutlich auf 130,4 Millionen Euro. Das starke Konzern-EBITDA von 733,5 Millionen Euro resultiert dabei maßgeblich aus günstigen Zukäufen, während das bereinigte operative Ergebnis mit -27,8 Millionen Euro im negativen Bereich verblieb.

Fokus auf das anstehende Quartal

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An der Börse sorgte die formelle Verletzung der Anleihebedingungen für eine spürbare Zurückhaltung der Investoren. Auf Monatssicht verzeichnet der Titel ein Minus von 13,80 Prozent und ging am Freitag bei 28,10 Euro aus dem Handel. Um die finanzielle Basis zügig wieder zu stärken und die Bilanzrelationen zu glätten, forciert das Management nun eine massive Transaktionswelle.

Für das zweite Quartal 2026 plant die Gesellschaft vier finale Verkäufe, darunter Beteiligungen wie Relobus und Kalzip. Parallel bereitet Mutares weitere lukrative Exits in den derzeit hoch bewerteten Segmenten Energie und Verteidigung vor. Auf der Einkaufsseite stehen zeitgleich fünf Übernahmen vor dem Abschluss, beispielsweise die Gas-Solutions-Sparte von Wärtsilä.

Die Abstimmung der Gläubiger über den Verzicht der Kennzahlenprüfung gilt am Markt als reine Formsache. Gelingt die Umsetzung der ambitionierten Transaktions-Pipeline im Frühjahr, dürfte sich die bilanzielle Anspannung rasch auflösen. Analysten von Warburg Research sehen das operative Potenzial ohnehin intakt und bestätigen ein Kursziel von 46 Euro. Sie stützen sich dabei auf eine Gewinnprognose für das laufende Jahr, die bereits jetzt spürbar über den bisherigen Markterwartungen liegt.

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