Münchener Rück Aktie: Kehrtwende nötig?
Die Münchener Rück hat heute ihre Jahreszahlen vorgelegt – und die Aktie verliert prompt über zwei Prozent. Der Gewinn stieg zwar auf 6,1 Milliarden Euro, doch die wirklich brisante Nachricht steckt in den Details der Vertragserneuerungen: Erstmals seit Jahren müssen Rückversicherer deutlich sinkende Preise akzeptieren.
Bei der wichtigen Erneuerungsrunde zum Jahresbeginn 2026 musste der Konzern einen Preisrückgang von 2,5 Prozent hinnehmen – risikoadjustiert. Besonders hart traf es die lukrative Naturkatastrophen-Rückversicherung: Hier brachen die Preise um sechs Prozent ein. Um keine unrentablen Verträge zu unterschreiben, verzichtete die Münchener Rück auf Geschäft. Das erneuerte Prämienvolumen schrumpfte um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro.
Los Angeles kostet 800 Millionen Euro
Die verheerenden Waldbrände in Los Angeles im Januar wurden zur teuersten Waldbrandkatastrophe der Versicherungsgeschichte. Die Branche muss rund 40 Milliarden Dollar schultern. Bei der Münchener Rück schlugen die Schäden mit 800 Millionen Euro zu Buche. Immerhin blieben 2025 weitere schwere Naturkatastrophen aus – anders als in früheren Jahren, in denen Hurrikans zusätzliche Milliardenlasten verursachten.
Der Jahresgewinn 2025 lag mit 6,1 Milliarden Euro zwar sieben Prozent über dem Vorjahr und übertraf das eigene Ziel von sechs Milliarden Euro. Die Analysten hatten allerdings mit 6,2 Milliarden Euro gerechnet. Das vierte Quartal enttäuschte deutlich: Der Gewinn brach um zwölf Prozent auf 945 Millionen Euro ein. Hauptgrund war der schwache US-Dollar, der die Ergebnisse belastete.
Kostensenkung soll Gewinnziel retten
Für 2026 hält Vorstandschef Christoph Jurecka dennoch am Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro fest. Wie das gelingen soll? Durch positive Entwicklungen in der Lebens- und Kranken-Rückversicherung sowie im Direktgeschäft mit Industriekunden. Die gesamte Rückversicherungssparte soll von 5,2 auf 5,4 Milliarden Euro zulegen. Von der Erstversicherungstochter Ergo erwartet der Konzern rund 900 Millionen Euro – auf Vorjahresniveau.
Zusätzlich plant die Münchener Rück ein Kostensenkungs-Programm bis 2030. Insgesamt sollen 600 Millionen Euro eingespart werden. Bei Ergo bedeutet das unter anderem den Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen durch verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Aktionäre werden großzügig bedacht
Die Aktionäre dürfen sich dennoch freuen: Die Dividende steigt kräftig um ein Fünftel von 20 auf 24 Euro je Aktie. Zusätzlich kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,25 Milliarden Euro an, das bis zur Hauptversammlung 2027 laufen soll. Insgesamt fließen damit 5,3 Milliarden Euro an die Anteilseigner.
An der Börse kam das Zahlenwerk dennoch nicht gut an. Die Aktie notiert am Mittag bei 541,20 Euro und gehört damit zu den größten DAX-Verlierern. Seit Jahresbeginn hat das Papier vier Prozent verloren. Der Grund: Die Anleger konzentrieren sich auf die sinkenden Preise im Kerngeschäft – und die sind ein klares Signal, dass die goldenen Jahre erstmal vorbei sind.
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