Morgen ist es so weit: Münchener Rück legt die Jahresbilanz 2025 vor – erstmals unter neuem Chef Christoph Jurecka. Das Timing ist brisant: Nach neun Monaten stand der Konzern bereits bei 5,2 Milliarden Euro Gewinn, das Jahresziel von 6 Milliarden schien greifbar. Doch parallel sorgt die ERGO-Tochter mit einem KI-bedingten Stellenabbau für Aufsehen. Wie steht der Rückversicherer wirklich da?

Sechste-Milliarden-Marke im Visier

Die Messlatte liegt bei 6,0 Milliarden Euro Konzernergebnis für 2025. Nach drei Quartalen waren bereits 5,176 Milliarden Euro erreicht – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. CFO Jurecka hatte im November betont, man sei „voll auf Kurs". Die Vorjahre stimmen optimistisch: 2024 lag das Nettoergebnis bei 5,671 Milliarden Euro und übertraf damit die ursprüngliche Prognose um satte 700 Millionen. Zum vierten Mal nacheinander knackte Munich Re die eigenen Gewinnziele.

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Die Eigenkapitalrendite erreichte nach neun Monaten 20,8 Prozent, die Solvenzquote stand bei komfortablen 293 Prozent – deutlich über der angestrebten Mindestmarke von 200 Prozent.

Ambition 2030: Der neue Fahrplan

Im Dezember stellte der Konzern seine Mehrjahresstrategie vor. Die Eckpunkte: Für 2026 peilt Munich Re 6,3 Milliarden Euro Gewinn an, der Versicherungsumsatz soll auf 64 Milliarden Euro steigen. Bis 2030 strebt das Management eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent an, der Gewinn je Aktie soll durchschnittlich um mehr als 8 Prozent jährlich wachsen.

Die Ausschüttungsquote bleibt bei über 80 Prozent. Gleichzeitig plant der Rückversicherer Kosteneinsparungen von rund 600 Millionen Euro bis 2030 – ein Hinweis auf strukturelle Anpassungen.

ERGO setzt auf KI statt Personal

Konkret wird es bei der Erstversicherungstochter ERGO: Bis Ende 2030 sollen etwa 1.000 Stellen in Deutschland wegfallen, rund 200 pro Jahr. Betroffen sind vor allem repetitive Tätigkeiten in Telefonie und Schadenbearbeitung, die zunehmend durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt ERGO aus. Stattdessen plant die Tochter, bis zu 500 Mitarbeitende innerhalb von zwei Jahren umzuschulen und in Wachstumsbereiche zu versetzen.

Der Schritt passt zur Konzernstrategie: Munich Re hatte angekündigt, Komplexität zu reduzieren und Effizienz zu steigern. ERGO beschäftigt aktuell zwischen 15.000 und 17.000 Menschen in Deutschland.

Aktienrückkauf läuft planmäßig

Parallel zur Geschäftsentwicklung kauft Munich Re eigene Aktien zurück. Das laufende Programm hat ein Volumen von bis zu 2,0 Milliarden Euro. Zwischen Mai 2025 und Februar 2026 erwarb der Konzern bereits 3,3 Millionen Aktien über Xetra. Die dritte Tranche läuft, das Programm soll bis zur Hauptversammlung am 29. April 2026 abgeschlossen sein. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen.

Was morgen zählt

Die Bilanzpressekonferenz ab 7:30 Uhr dürfte vor allem drei Fragen beantworten: Hat Munich Re die 6-Milliarden-Marke erreicht oder übertroffen? Wie fällt die Dividende aus? Und wie konkret wird Jurecka die Umsetzung der Ambition-2030-Strategie unter seiner Führung skizzieren? Die Analysten werden ab 11:00 Uhr nachhaken.

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