Die Nervosität weicht der Vorfreude. Kurz vor der Bilanzvorlage am Donnerstag deutet vieles darauf hin, dass der weltgrößte Rückversicherer seine ambitionierten Ziele erreicht hat. Doch während die Gewinne sprudeln, greift der Konzern bei der Tochter ERGO hart durch. Reicht das Gesamtpaket aus Rekordzahlen und Sparprogramm, um die Aktie zurück zum Allzeithoch zu führen?

Die jüngste Kursentwicklung signalisiert bereits wachsenden Optimismus. Mit einem Schlusskurs von 543,40 Euro am Montag konnte sich das Papier spürbar stabilisieren. Ein Anstieg von 6,89 Prozent in den letzten 30 Tagen zeigt, dass sich Marktteilnehmer rechtzeitig vor den Zahlen positionieren. Dennoch bleibt der Weg zum 52-Wochen-Hoch bei 610,20 Euro weit: Aktuell notiert der Titel noch rund 11 Prozent unter dieser Bestmarke und kämpft mit dem Widerstand am 200-Tage-Durchschnitt.

Gewinnziel fast schon Formsache

Der Fokus der Anleger richtet sich auf den 26. Februar. Das Management hatte für das Geschäftsjahr 2025 ein Konzernergebnis von 6,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Da bereits nach neun Monaten ein Gewinn von rund 5,2 Milliarden Euro in den Büchern stand, gilt das Erreichen dieser Marke als sehr wahrscheinlich.

Spannender als der Rückspiegel ist jedoch die Frage, ob der Konzern die Erwartungen signifikant übertreffen kann. Analysten rechnen für das vierte Quartal mit soliden Ergebnissen. Entscheidend wird sein, ob die Schaden-Kosten-Quote in der Rückversicherung trotz der volatilen globalen Lage stabil gehalten werden konnte.

Umbau und KI bei der Tochter ERGO

Parallel zu den erwarteten Rekordzahlen treibt das Unternehmen die Effizienz voran. Für Aufmerksamkeit sorgt die Ankündigung der Erstversicherungs-Tochter ERGO, bis 2030 rund 1.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Der Grund ist ein technologischer Wandel: Einfache Tätigkeiten in der Verwaltung und Schadenbearbeitung sollen zunehmend durch Künstliche Intelligenz übernommen werden.

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Dieser Schritt ist Teil eines breiteren Sparprogramms, das jährliche Kosteneinsparungen von rund 600 Millionen Euro anstrebt. An der Börse werden solche Restrukturierungsmaßnahmen oft honoriert, da sie die langfristige Marge sichern sollen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss das Unternehmen dabei aus; der Abbau soll über Fluktuation und Freiwilligenprogramme erfolgen.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch

Trotz der starken fundamentalen Lage ist das Meinungsbild der Experten nicht einheitlich. Während einige Häuser ihre Kaufempfehlungen bestätigen, senkte Morgan Stanley zuletzt das Kursziel leicht. Der Konsens tendiert zu "Halten", was die Unsicherheit über das Wachstumspotenzial im Jahr 2026 widerspiegelt.

Für das kommende Jahr hat Münchener Rück bereits ein Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro ausgegeben. Marktbeobachter werden am Donnerstag genau hinhören, ob der Vorstand diese Prognose angesichts der geopolitischen Lage und der Zinsentwicklung bekräftigt oder sogar anhebt.

Am 26. Februar liegen die Fakten auf dem Tisch. Anleger sollten ihr Augenmerk auf den Ausblick für 2026 und die Details zur Dividendenpolitik legen. Bestätigt der Konzern seinen Wachstumskurs und greifen die Sparmaßnahmen, könnte der Sprung über die charttechnische Hürde bei 546 Euro gelingen.

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