Microsoft erlebt gerade ein typisches 2026er-Spannungsfeld: KI-Euphorie und neue Partnerschaften liefern Argumente für Optimismus – gleichzeitig wird der Ton der Aufseher weltweit schärfer. Besonders brisant: Ausgerechnet am Tag guter Nachrichten stand in Japan die Kartellbehörde vor der Tür. Was wiegt am Ende schwerer?

Drei Impulse stützen die Stimmung

Am Mittwoch kamen gleich mehrere positive Faktoren zusammen. Erstens sorgten Aussagen des KI-Unternehmens Anthropic für Erleichterung: Neue KI-Modelle sollen etablierte Softwareanbieter eher ergänzen als verdrängen. Das nahm kurzfristig Druck aus einer zuvor breiteren Tech-Schwäche.

Zweitens kündigte das Weiße Haus einen „Rate Payer Protection Pledge“ an. Große Tech-Konzerne sollen demnach den Strombedarf ihrer Rechenzentren selbst finanzieren, statt Kosten indirekt auf Verbraucherpreise wirken zu lassen. Reuters zufolge sollen Microsoft, Amazon, Meta, Anthropic und weitere Cloud-Anbieter die Initiative am 4. März offiziell unterzeichnen. Microsoft-Präsident Brad Smith begrüßte den Ansatz laut Politico, weil er helfen könne, Strompreise für Verbraucher zu schützen. Der Punkt dahinter: Wer Milliarden in KI-Rechenzentren steckt, will planbare Regeln – eine formelle Initiative kann Unsicherheit reduzieren.

Drittens weitete Microsoft die Zusammenarbeit mit SpaceX’ Starlink aus. Ziel ist mehr Konnektivität in ländlichen und unterversorgten Regionen – und damit auch zusätzliche Reichweite für Azure in Wachstumsmärkten. Laut Unternehmen wurden inzwischen mehr als 299 Millionen Menschen erreicht (Zielmarke: 250 Millionen). In Kenia unterstütze die Partnerschaft bereits 450 Community-Hubs über den lokalen Anbieter Mawingu Networks.

Japan greift durch – und der Blick weitet sich

Parallel zu diesen positiven Impulsen kam jedoch neuer Gegenwind: Japans Fair Trade Commission durchsuchte am selben Tag die Büros von Microsoft Japan in Tokio (Reuters, CNBC). Im Kern geht es um den Verdacht, Microsoft könne Azure-Kunden durch Bedingungen daran hindern, konkurrierende Cloud-Dienste zu nutzen. Eine Quelle sagte Reuters, es bestehe der Verdacht auf Auflagen, die andere Angebote faktisch ausschließen, indem der Zugang zu beliebten Diensten auf fremden Cloud-Plattformen begrenzt werde.

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Microsoft erklärte laut Reuters, man kooperiere vollständig. Bloomberg berichtete am Donnerstag zudem, die Spitze von Microsoft Japan betone die Einhaltung aller Vorgaben im Rahmen der Untersuchung.

Wichtig ist der Kontext: Japan ist kein Einzelfall. Reuters zufolge prüfen auch Behörden in Großbritannien, Europa, den USA und Brasilien Microsofts Cloud-Praktiken. In Brasilien wurde demnach zuletzt sogar ein Verwaltungsverfahren gegen die lokale Einheit angestoßen.

Zusätzliche Kritik – und ein technischer Lichtblick

In die ohnehin wachsame Stimmung platzte außerdem ein Beitrag von Investor Michael Burry: Er schrieb auf X, Microsoft, Alphabet und Meta würden die Abschreibungen auf KI-Hardware zu niedrig ansetzen, um Gewinne zu stützen (Benzinga, 24. Februar). Seine These: Über alle großen Hyperscaler hinweg könnten ausgewiesene Gewinne im Schnitt um 24% überhöht sein, wenn man realistischere Nutzungsdauern für KI-Chips unterstellt. Das ist keine Behauptung einer Behörde – aber ein weiterer Punkt, der die Debatte um Renditen auf KI-Investitionen anheizt.

Auf der konstruktiven Seite hob Goldman-Sachs-Analystin Gabriela Borges laut TheStreet Fortschritte beim hauseigenen KI-Inferenz-Chip Maia 200 hervor. Die Argumentation: Mehr eigenes Silizium und eine breiter aufgestellte Chip-Strategie könnten das Preis-Leistungs-Verhältnis der KI-Rechenleistung verbessern – und mittelfristig auch die Bruttomargen bei KI-Workloads stützen.

Kursbild: Erholung, aber klarer Abstand

Auch wenn die Aktie heute leicht zulegt (+1,24% auf 343,45 €), bleibt das größere Bild angespannt: Auf 30-Tage-Sicht steht ein Minus von rund 14% zu Buche, und der Kurs liegt spürbar unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

In den nächsten Tagen dürfte vor allem der 4. März im Fokus stehen, wenn die großen Cloud-Anbieter den Energie-Pakt im Weißen Haus formalisieren sollen – während die Kartelluntersuchungen, angeführt von Japan, den strategischen Spielraum im Cloud-Geschäft gleichzeitig enger ziehen könnten.

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