Microsoft steht diese Woche gleich an zwei Fronten unter Beobachtung: Mit dem neuen Enterprise-Paket M365 E7 wagt das Unternehmen seinen bisher ambitioniertesten Vorstoß im KI-Geschäft. Gleichzeitig mischt es sich in einen Rechtsstreit ein, der die Zukunft von KI-Technologie beim US-Militär entscheiden könnte.

Das neue Flaggschiff-Paket

Am 9. März 2026 stellte Microsoft die neue Enterprise-Edition Microsoft 365 E7 vor – die erste neue Stufe in der M365-Produktlinie seit dem Start von E5 im Jahr 2015. Das Paket richtet sich an Unternehmenskunden und bündelt KI-Werkzeuge wie Microsoft 365 Copilot, Agent 365 sowie erweiterte Sicherheitsfunktionen. Der Preis: 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat – 65 Prozent mehr als das bisherige E5-Abo. Verfügbar sein soll es ab dem 1. Mai 2026.

Herzstück des Pakets ist das neue Feature „Copilot Cowork", das erstmals Anthropics KI-Technologie direkt in die Microsoft-365-Umgebung integriert. Es soll mehrstufige Aufgaben automatisieren, etwa das Versenden regelmäßiger E-Mails oder die Vorbereitung von Meetings. Bislang setzte Copilot ausschließlich auf OpenAI-Modelle – mit E7 öffnet Microsoft seine Plattform für einen zweiten KI-Anbieter.

Ob das Paket bei Unternehmenskunden zieht, bleibt abzuwarten. Das Marktforschungsunternehmen Gartner errechnete einen Bündelrabatt von lediglich 13,2 Prozent gegenüber dem Einzelkauf der enthaltenen Komponenten. Für die Mehrheit der Wissensarbeiter sei der Mehrwert „fraglich", so Gartner – ein Upgrade allein wegen Agent 365 sei derzeit nicht empfehlenswert.

Rechtsstreit mit Folgen für das Azure-Geschäft

Parallel dazu hat Microsoft eine Amicus-Brief-Eingabe beim US-Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Darin unterstützt das Unternehmen Anthropic in dessen Klage gegen das US-Verteidigungsministerium. Dieses hatte Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft – eine Bezeichnung, die historisch für ausländische Gegner reserviert war – und damit Anthropics KI-Produkte faktisch aus dem Militärbereich ausgesperrt.

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Microsoft warnte das Gericht, dass ohne eine einstweilige Verfügung Technologieunternehmen sofort bestehende Produkt- und Vertragskonfigurationen für das Pentagon anpassen müssten. Das ist kein rein juristisches Engagement: Anthropic hat sich verpflichtet, 30 Milliarden US-Dollar für Microsoft-Azure-Dienste auszugeben, während Microsoft seinerseits bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert. Ein dauerhafter Ausschluss Anthropics aus dem Regierungsgeschäft würde dieses Geflecht direkt belasten.

Solide Fundamentaldaten, schwieriges Marktumfeld

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 13,5 Prozent verloren und notiert deutlich unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von rund 38 auf etwa 25 gesunken – eine spürbare Bewertungskorrektur nach dem KI-Hoch des Vorjahres.

Die Geschäftszahlen erzählen eine andere Geschichte. Im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Microsoft einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 4,14 US-Dollar – 6,7 Prozent über den Konsenserwartungen und 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg auf 81,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent. Die bezahlten Copilot-Lizenzen haben sich binnen Jahresfrist auf 15 Millionen verdoppelt – allerdings entspricht das erst drei Prozent der kommerziellen M365-Abonnenten.

Genau diese Lücke soll E7 schließen. Ob das gelingt, wird sich ab Mai zeigen – dann, wenn das Paket auf dem Markt ist und die ersten Unternehmenskunden entscheiden, ob der Aufpreis den Mehrwert rechtfertigt.

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