Microsoft steht in dieser Woche vor zwei strategischen Entscheidungen, die das Unternehmen langfristig prägen könnten: der Einführung eines neuen KI-Preismodells für Unternehmenskunden und einem ungewöhnlichen politischen Schritt im Streit um seinen wichtigsten KI-Partner.

E7: Copilot wird zum Standard

Am 9. März stellte Microsoft die neue Lizenzklasse „Microsoft 365 E7" vor – die erste neue Enterprise-Edition seit dem E5-Paket aus dem Jahr 2015. Ab dem 1. Mai ist das Paket für 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat erhältlich. Es bündelt Copilot, Agent 365, Microsoft Entra Suite sowie erweiterte Sicherheitsfunktionen.

Der Preis liegt 65 Prozent über dem bisherigen Flaggschiff-Paket E5. Allerdings summieren sich die Einzelkomponenten auf 117 Dollar – das E7-Paket ist damit als Rabattbündel konzipiert, nicht als schlichte Preiserhöhung.

Der entscheidende strategische Schritt: Copilot wird erstmals in ein Kernprodukt integriert, statt als optionales Add-on verkauft zu werden. Bislang haben nur rund 15 Millionen der über 450 Millionen kommerziellen Microsoft-365-Nutzer eine Copilot-Lizenz gebucht – eine Durchdringungsrate von etwa 3,3 Prozent. Das Potenzial für weitere Umsätze ist damit enorm, die bisherige Nutzung aber noch überschaubar.

Nicht alle Beobachter sind überzeugt. Das Marktforschungsunternehmen Gartner äußerte sich skeptisch: Für die Mehrheit der Wissensarbeiter sei der Mehrwert des E7-Pakets heute noch fraglich. Ein Upgrade allein wegen Agent 365 sei derzeit nicht empfehlenswert.

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Parallel dazu präsentierte Microsoft „Copilot Cowork" – eine neue Agentenfunktion, die in Zusammenarbeit mit Anthropic und dessen Claude-Modell entwickelt wurde. Sie soll mehrstufige Aufgaben automatisieren, etwa das Versenden regelmäßiger E-Mails oder die Vorbereitung von Meetings.

Politischer Einsatz für Anthropic

Weniger erwartet war Microsofts Schritt vom 10. März: Das Unternehmen reichte ein Amicus-Brief in einem Rechtsstreit zwischen Anthropic und der US-Regierung ein. Das Pentagon hatte Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft – ein bislang einmaliger Vorgang für ein US-Technologieunternehmen. Hintergrund ist Anthropics Weigerung, dem Verteidigungsministerium uneingeschränkten Zugang zu seinen Claude-Modellen zu gewähren, aus Sorge vor möglichem Einsatz für Massenüberwachung oder autonome Waffensysteme.

Microsoft argumentiert, direkt betroffen zu sein: Das Unternehmen nutzt Anthropic-Technologie in Produkten, die es dem Pentagon anbietet. Die finanziellen Verflechtungen sind erheblich – Anthropic hat sich verpflichtet, 30 Milliarden Dollar für Microsofts Azure-Dienste auszugeben, während Microsoft bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic investiert. Eine sofortige Umsetzung der Pentagon-Entscheidung könnte laut Microsoft „weitreichende negative Folgen" für die gesamte Technologiebranche haben.

Aktie unter Druck, Bewertung auf Mehrjahrestief

Die Microsoft-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren – der schlechteste Jahresstart seit der Finanzkrise 2008/2009. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,3 ist der Titel so günstig bewertet wie seit über drei Jahren nicht mehr und liegt damit deutlich unter dem Niveau des Nasdaq-100 mit einem KGV von 31,8.

Operativ läuft das Geschäft indes stark: Azure wuchs in den letzten drei Quartalen jeweils um mindestens 39 Prozent, der Gesamtumsatz stieg zuletzt um 17 Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 24 Prozent.

Mit den nächsten Quartalszahlen Ende April 2026 rückt die entscheidende Frage in den Fokus: Beschleunigt das E7-Paket die Copilot-Adoption spürbar – und bleibt der Anthropic-Streit ohne dauerhafte Folgen für Microsofts Regierungsgeschäft?

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