Microsoft setzt seinen KI-Monetarisierungskurs konsequent fort. Ab 1. Mai 2026 steht mit Microsoft 365 E7 ein neues Premium-Paket für Unternehmenskunden bereit – und das hat seinen Preis: 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Der Konzern bündelt damit seine KI-Werkzeuge in einem einzigen Angebot und macht unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen soll.

Was steckt im E7-Paket?

E7 vereint das bestehende E5-Abonnement mit dem Copilot-KI-Assistenten und dem neuen Produkt Agent 365 – einem Verwaltungswerkzeug für KI-Agenten, das ebenfalls am 1. Mai an den Start geht und separat für 15 Dollar pro Nutzer erhältlich sein wird. Gegenüber dem E5-Tarif, der künftig 60 Dollar kostet, entspricht das einem Aufpreis von 65 Prozent.

Ergänzt wird das Paket durch Copilot Cowork – eine Funktion, die in Zusammenarbeit mit dem KI-Entwickler Anthropic entstand. Sie soll mehrstufige Aufgaben automatisieren, etwa das regelmäßige Versenden von E-Mails oder die Vorbereitung von Meetings. Eine erste Forschungsvorschau soll noch in diesem Monat für ausgewählte Kunden verfügbar werden.

Warum jetzt, und warum dieser Preis?

Der Hintergrund ist eindeutig: Microsoft hat allein im vergangenen Jahr mehr als 100 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert – darunter massiv in Nvidia-Chips und Rechenzentren. Diese Investitionen müssen sich rentieren. E7 ist das bislang direkteste Mittel, um aus der bestehenden Nutzerbasis von rund 450 Millionen Microsoft-365-Kunden höhere Umsätze zu generieren.

Das Problem dabei: Bislang haben nur rund 15 Millionen Unternehmenskunden eine Copilot-Lizenz erworben – eine Durchdringungsrate von knapp 3,7 Prozent. Das Wachstum ist zwar beeindruckend (160 Prozent im Jahresvergleich), aber die absolute Nutzerzahl bleibt überschaubar. Genau hier setzt E7 an: Wer ohnehin E5 nutzt, soll durch ein attraktives Gesamtpaket zur Copilot-Nutzung bewegt werden.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Das Wachstum der kommerziellen Nutzerzahlen selbst verliert derweil an Schwung – nur noch sechs Prozent Zuwachs im letzten Quartal. Microsoft setzt daher weniger auf neue Kunden als darauf, mit jedem bestehenden Nutzer mehr zu verdienen.

Starke Zahlen, aber die Aktie bleibt unter Druck

Finanziell liefert Microsoft solide: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte der Konzern einen bereinigten Gewinn von 4,14 Dollar je Aktie – 6,7 Prozent über den Analystenerwartungen, 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Azure wuchs in den vergangenen drei Quartalen jeweils um mindestens 39 Prozent, und der offene Auftragsbestand im Kommerzialsegment erreichte 625 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.

Dennoch notiert die Aktie aktuell rund 13 Prozent unter dem Stand vom Jahresbeginn und deutlich unterhalb ihres gleitenden 200-Tage-Durchschnitts. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25 auf Basis der letzten vier Quartale ist die Bewertung so günstig wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

Der Praxistest kommt im April

Ob Unternehmenskunden bereit sind, 99 Dollar pro Nutzer monatlich für KI-Funktionen auszugeben, wird sich zeigen. Am 28. April legt Microsoft seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor – und dann dürfte vor allem ein Indikator genau beobachtet werden: die Entwicklung der Copilot-Lizenzzahlen nach dem E7-Launch.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...