Microsoft findet sich in dieser Woche in einer widersprüchlichen Lage wieder. Während japanische Wettbewerbshüter die Büros in Tokio durchsuchten, reagierte der Aktienkurs zur Wochenmitte überraschend positiv und setzte zu einer Erholung an. Anleger wägen derzeit den wachsenden regulatorischen Gegenwind gegen attraktive Bewertungen und neue strategische Partnerschaften ab.

Kartellwächter nehmen Cloud-Geschäft ins Visier

Die japanische Fair Trade Commission (JFTC) führte am Mittwoch eine Hausdurchsuchung in der Microsoft-Zentrale in Tokio durch. Im Fokus der Ermittlungen steht der Verdacht, Microsoft könnte den Wettbewerb im Cloud-Sektor behindert haben. Konkret geht es um Vorwürfe, das Unternehmen habe Lizenzbedingungen geschaffen, die den Einsatz von Microsoft-Software auf konkurrierenden Plattformen wie Amazon Web Services oder Google Cloud verteuern oder erschweren.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Kooperation mit den Behörden. Der Vorfall ist jedoch kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine globale Mustererkennung ein: Auch in Großbritannien, der EU, den USA und Brasilien prüfen Regulierungsbehörden derzeit die Marktmacht des Konzerns im Cloud-Bereich.

Gründe für die Kursstärke

Trotz der negativen Schlagzeilen aus Japan konnten die Papiere zulegen. Marktbeobachter führen dies auf zwei wesentliche Faktoren zurück, die die Stimmung stützten:

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  1. Entwarnung bei KI-Disruption: Aussagen des KI-Startups Anthropic beruhigten die Investoren. Die Botschaft: Künstliche Intelligenz werde bestehende Software-Anbieter eher ergänzen als ersetzen.
  2. Energie-Kosten: Ein Treffen im Weißen Haus mit großen Cloud- und KI-Betreibern zielte darauf ab, die Stromkosten für Rechenzentren im Griff zu behalten – ein entscheidender Faktor für die Margen von Microsofts KI-Offensive.

Auch technisch scheint der Titel nach dem massiven Abverkauf der letzten Wochen eine Stabilisierung zu suchen. Mit einem Minus von knapp 16 Prozent seit Jahresanfang hat die Aktie deutlich korrigiert und notiert derzeit nur noch rund 5,6 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Allianz mit SpaceX und Bewertung

Parallel zu den regulatorischen Themen treibt Microsoft seine Expansion voran. Eine neue Partnerschaft mit dem Satellitenbetreiber Starlink von SpaceX soll die Internetanbindung in unterversorgten Regionen verbessern. Ein Pilotprojekt in Kenia markiert den Startschuss, um Satellitentechnologie mit lokalen Netzwerken zu verknüpfen – ein strategischer Schritt, um die globale Reichweite der eigenen Dienste zu sichern.

Interessant für fundamental orientierte Anleger: Durch den jüngsten Kursrückgang hat sich die Bewertung von Microsoft deutlich entspannt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne liegt Berichten zufolge inzwischen unter dem der Google-Mutter Alphabet, was eine historische Anomalie darstellt.

Fazit

Der Technologiekonzern steht in einem Spannungsfeld zwischen juristischen Risiken und operativen Chancen. Die Kombination aus kartellrechtlichen Untersuchungen und der technischen Bodenbildung nahe dem Jahrestief definiert die aktuelle Risikolage. Ob die günstigere Bewertung und die Einführung neuer KI-Chips wie dem Maia 200 ausreichen, um den Abwärtstrend nachhaltig zu brechen, dürften spätestens die Quartalszahlen am 29. April 2026 zeigen.

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