Microsoft liefert eigentlich ab – und trotzdem rückt die Aktie unter Druck. Der Grund liegt nicht in schwachen Umsätzen, sondern in einer aggressiven Investitionsoffensive für KI-Infrastruktur. Anleger versuchen gerade abzuschätzen, wie schnell sich diese Milliarden-Ausgaben in höheren Gewinnen auszahlen.

Rekord-Ausgaben für KI

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hat Microsoft die Investoren vor allem mit einer Zahl beschäftigt: den Investitionen. Die Kapitalausgaben stiegen auf 37,5 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Treiber waren laut Bericht vor allem neue Rechenzentren sowie der Kauf von GPUs, um die wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Leistung bedienen zu können.

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Operativ fiel das Zahlenwerk dagegen solide aus. Der Umsatz lag bei 81,3 Milliarden US-Dollar und damit über den Erwartungen. Doch der Markt schaut bei KI inzwischen nicht mehr nur auf Wachstum, sondern stärker auf den Preis dafür: Höhere Ausgaben können kurzfristig auf die Margen drücken, selbst wenn das Geschäft brummt.

Auch im Kursbild spiegelt sich die Vorsicht: Der Schlusskurs am Dienstag lag bei 413,08 US-Dollar, in den vergangenen sieben Tagen ging es damit um 14,03% nach unten.

Azure bleibt der Wachstumsmotor – mit leicht weniger Tempo

Das Cloud-Geschäft liefert weiterhin starke Argumente für die langfristige Story. Azure und andere Cloud-Services wuchsen um rund 39% (bzw. 38% in konstanten Währungen). Genau dieser Bereich gilt als zentraler Werttreiber, weil KI-Services zunehmend in Microsofts Plattformen integriert werden.

Gleichzeitig hat der Ausblick die Erwartungen etwas neu justiert. Für das laufende Quartal stellt das Management bei Azure 37% bis 38% Wachstum in Aussicht. Das bleibt klar zweistellig, signalisiert aber eine leichte Abkühlung gegenüber dem gerade berichteten Quartal – und verstärkt damit den Fokus auf die Frage: Wie schnell kommt der Renditehebel auf die massiven KI-Investitionen? Im Kern geht es um den Zeitpunkt, ab dem höhere Kapazitäten nicht nur Umsatz, sondern auch mehr Margen-Power liefern.

Analysten setzen auf den langen Atem

An der Wall Street überwiegt trotz der Kursreaktion der konstruktive Blick. Mehrere Analysten argumentieren, dass die KI-Kapazitäten am Markt weiterhin hinter der Nachfrage zurückliegen – und die hohen Infrastruktur-Ausgaben deshalb strategisch sinnvoll seien.

Einige Beispiele aus den jüngsten Updates:
- Phillip Securities stufte am 3. Februar 2026 von „moderate buy“ auf „strong buy“ hoch.
- Stifel erhöhte am 29. Januar 2026 das Kursziel von 520 auf 540 US-Dollar und blieb bei Buy.
- Piper Sandler bestätigte „Overweight“, hielt Microsoft als Top-Pick und ließ das Kursziel bei 600 US-Dollar.

Der nächste konkrete Prüfstein ist bereits terminiert: Die nächste Ergebnisveröffentlichung wird für 28. April 2026 erwartet. Dann wird sich zeigen, ob das enorme Investitionstempo erste Anzeichen liefert, dass sich die Kostenlast in besserer Margenentwicklung „verdaut“ – oder ob der Markt noch länger Geduld einfordern muss.

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