Der KI-Boom hat Microsoft lange beflügelt, doch die Stimmung an der Wall Street dreht sich. Innerhalb rund einer Woche kassierte der Tech-Gigant nun die zweite Herabstufung durch Analysten. Während die Ausgaben für Rechenzentren explodieren, wachsen die Zweifel an der schnellen Monetarisierung der KI-Produkte und drücken auf die Bewertung des Unternehmens.

Sorge um explodierende Kosten

Am heutigen Dienstag senkte Melius Research das Rating für die Microsoft-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ und setzte das Kursziel auf 430 US-Dollar fest. Damit schließt sich das Analysehaus einer ähnlichen Einschätzung von Stifel aus der Vorwoche an. Der Hauptgrund für die Zurückhaltung sind die massiven Investitionskosten (Capex). Experten prognostizieren, dass diese im Geschäftsjahr 2026 auf bis zu 115 Milliarden US-Dollar steigen könnten, vor allem getrieben durch den aggressiven Ausbau der KI-Infrastruktur.

Die Diskrepanz zwischen diesen gigantischen Ausgaben und den aktuellen Erträgen rückt zunehmend in den Fokus. Berichten zufolge nutzen derzeit rund 15 Millionen zahlende Kunden den KI-Assistenten „Copilot“. Angesichts der enormen Summen, die in den Ausbau der Rechenzentren fließen, bewerten Marktbeobachter diese Zahl als eher moderat. Es herrscht Ungewissheit darüber, wann diese Investitionen signifikant zum Ergebnis beitragen werden.

Historische Verschiebung der Bewertung

Diese Skepsis hat mittlerweile historische Auswirkungen auf die Bewertung der Aktie. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der erwarteten Gewinne ist auf etwa 23 gefallen. Bemerkenswert ist dabei ein direkter Vergleich: Erstmals seit Juli 2013 wird Microsoft an der Börse günstiger bewertet als das Tech-Urgestein IBM, das aktuell auf ein KGV von rund 23,7 kommt.

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Dieser Bewertungsabschlag verdeutlicht, dass Investoren derzeit zögern, Unternehmen mit eskalierenden Infrastrukturkosten eine Prämie zuzugestehen, da diese den Free Cash Flow belasten.

Zahlenwerk und Kursentwicklung

Bereits die Ende Januar veröffentlichten Quartalszahlen deuteten die Herausforderungen an. Zwar steigerte Microsoft den Umsatz um 16,7 Prozent auf über 81 Milliarden Dollar, doch das Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte Azure verlangsamte sich leicht auf rund 39 Prozent. Der Markt reagierte empfindlich: Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 12 Prozent an Wert verloren und notiert mittlerweile deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Die Marschrichtung des Managements bleibt indes klar: Microsoft hält an den Rekordausgaben für künstliche Intelligenz fest. Für Anleger bedeutet dies, dass der Fokus in den kommenden Quartalen primär auf dem Nachweis der Profitabilität der neuen KI-Tools liegen wird.

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