Ein technologischer Durchbruch von Google versetzt die Speicherchip-Branche in Aufruhr. Die neue KI-Komprimierung "TurboQuant" verspricht massive Effizienzsteigerungen, schürt bei Investoren aber die Angst vor einem drastischen Nachfrageeinbruch bei Speichermodulen. Während die Papiere von Micron infolgedessen deutlich nachgaben, weisen Analysten bereits auf einen möglichen Denkfehler des Marktes hin.

Effizienz als Nachfragekiller?

Auslöser der jüngsten Turbulenzen ist ein von Google vorgestellter Algorithmus. Diese Technologie soll den Speicherbedarf für KI-Anwendungen um das Sechsfache reduzieren und gleichzeitig die Verarbeitungsgeschwindigkeit auf Nvidia-Grafikprozessoren verachtfachen. Die Aussicht, dass künftig deutlich weniger High-Bandwidth-Memory (HBM) und DRAM benötigt werden könnte, löste am Donnerstag branchenweit Verkäufe aus. Neben Micron verzeichneten auch Konkurrenten wie Western Digital und Seagate empfindliche Einbußen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?

Nachdem der Titel auf Wochensicht rund 15 Prozent an Wert verloren hat und aktuell bei 309,65 Euro notiert, zeigte sich am Freitagmittag eine erste Gegenbewegung. Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen der Marktreaktion und dem politischen Rückenwind. Erst am Donnerstag hatte der ehemalige US-Präsident Donald Trump das Unternehmen nach einem Treffen mit CEO Sanjay Mehrotra als technologisch unverzichtbar gelobt. Fundamental gilt Micron mit dem niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P 500 derzeit als günstig bewertet. Morgan Stanley mahnt allerdings zur Vorsicht und sieht in einem Negativszenario ein Kursziel von 240 US-Dollar.

Schuldenabbau und externe Risiken

Das Management nutzt die aktuelle Phase für bilanzielle Anpassungen. Bis Ende März läuft ein Angebot zum Rückkauf ausstehender Anleihen mit Fälligkeiten in den Jahren 2031 und 2035. Parallel dazu hob der Konzern die Quartalsdividende auf 0,15 US-Dollar an.

Abseits der unternehmensspezifischen Themen trübt das makroökonomische Umfeld die Stimmung. Ein drohender Helium-Engpass durch Produktionsausfälle in Katar gefährdet die globalen Lieferketten der Chipfertigung. Zusätzlich belasten geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein auf über 110 US-Dollar gestiegener Ölpreis den gesamten Technologiesektor.

Einige Marktbeobachter werten die anfängliche Panik um Googles neue Technologie als überzogen. Sie verweisen auf das Jevons-Paradoxon: Sinkende Betriebskosten durch höhere Effizienz führen historisch oft zu einer breiteren Akzeptanz von neuen Technologien und treiben damit die absolute Speichernachfrage langfristig sogar nach oben. Die bis zum 31. März laufende Umschuldungsaktion verschafft Micron derweil zusätzlichen finanziellen Spielraum, um sich in diesem verändernden Marktumfeld zu positionieren.

Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 27. März liefert die Antwort:

Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...