Mercedes-Benz legt heute den vollständigen Jahresbericht 2025 vor – und damit die Blaupause für einen Konzern im Krisenmodus. Das bereinigte EBIT brach um 40 Prozent auf 8,20 Milliarden Euro ein, die Dividende sinkt von 4,30 auf 3,50 Euro. Doch während die Zahlen die Belastung offenlegen, soll eine beispiellose Produktoffensive die Wende bringen. Ob die angekündigten Maßnahmen greifen, ist offen.

EBIT-Einbruch: Kosteneinsparungen mildern den Schock

Der Rückgang des bereinigten EBIT von 13,70 auf 8,20 Milliarden Euro dokumentiert ein schwieriges Jahr. Verantwortlich waren laut Konzern Zollbelastungen von rund 1,2 Milliarden US-Dollar, verschärfter Wettbewerb in China und ungünstige Währungseffekte. Der Absatz sank um neun Prozent.

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Kosteneinsparungen von etwa 3,6 Milliarden Euro dämpften den Einbruch zumindest teilweise. Das Management strebt bis 2027 eine Reduzierung der Produktionskosten je Fahrzeug um zehn Prozent an. Der Free Cashflow aus dem Industriegeschäft lag bei 5,4 Milliarden Euro – für 2026 rechnet der Konzern mit einem leichten weiteren Rückgang.

China-Strategie: Lokalisierung gegen heimische Konkurrenz

China bleibt neuralgischer Punkt. Der Markt steht für knapp ein Drittel aller verkauften Personenwagen, doch heimische Elektrofahrzeughersteller setzen Mercedes-Benz massiv unter Druck. Die Antwort: Lokalisierung. Bis Mitte 2026 will der Konzern mehr als 80 Prozent der chinesischen Nachfrage lokal bedienen und von der günstigeren Produktionskostenstruktur profitieren.

Parallel dazu läuft die Kapazitätsbereinigung. Das Gemeinschaftswerk in Aguascalientes, Mexiko, wird bis Mai geschlossen – Kapazitätsreduzierung: rund 100.000 Einheiten.

Produktoffensive: Über 40 neue Modelle in drei Jahren

Mercedes-Benz kündigt die nach eigenen Angaben größte Produktoffensive der Unternehmensgeschichte an. Mehr als 40 neue Fahrzeuge sollen in den kommenden drei Jahren auf den Markt kommen. Der neue CLA trägt bereits die Auszeichnung „Car of the Year 2026". Der Konzern verweist auf starke Nachfrage nach dem CLA, GLC und der S-Klasse sowie auf gut gefüllte Auftragsbücher bis weit in die zweite Jahreshälfte.

Dividende gesenkt, Rückkaufprogramm aktiv

Auf der Hauptversammlung am 16. April werden Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vorschlagen – nach 4,30 Euro im Vorjahr. Das Aktienrückkaufprogramm läuft weiter: Von November bis Dezember 2025 kaufte der Konzern eigene Aktien für rund 329 Millionen Euro zurück. Für 2026 steht noch ein Volumen von bis zu 1,7 Milliarden Euro bereit.

Parallel vereinbarte Mercedes-Benz mit der Beijing Automotive Group und der Geely Group, dass beide ihre Beteiligungen unter zehn Prozent der Stimmrechte halten, indem sie Anteile anteilig zum Rückkaufprogramm veräußern.

Ausblick 2026: Erholung angepeilt

Für 2026 erwartet Mercedes-Benz einen Umsatz auf Vorjahresniveau, ein deutlich gestiegenes Group-EBIT sowie einen Free Cashflow des Industriegeschäfts leicht unter 2025. In der Pkw-Sparte peilt der Konzern eine bereinigte Umsatzrendite von drei bis fünf Prozent an.

Am 29. April folgen die Q1-Zahlen. Sie werden zeigen, ob Restrukturierung, China-Lokalisierung und Produktoffensive den Konzern auf Kurs bringen.

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