Marvell Aktie: Warten auf Umsatz
Marvell macht Ernst beim Ausbau seines KI-Geschäfts – und schluckt Celestial AI. Der Deal soll vor allem in einem Bereich helfen, der für die nächste Rechenzentrums-Generation entscheidend ist: schnelle Datenverbindungen zwischen Chips. Der Haken aus Investorensicht: Die finanziellen Früchte lassen auf sich warten.
Warum Celestial AI wichtig ist
Mit der Übernahme im Wert von 3,25 Milliarden US-Dollar (teilweise in Aktien bezahlt) sichert sich Marvell Zugang zu optischer Interconnect-Technologie. Diese Technik gilt als Schlüsselbaustein für künftige Data-Center-Architekturen, weil sie Daten mit sehr hoher Bandbreite und Effizienz zwischen Komponenten transportieren kann.
Genau hier sitzt ein zentraler Treiber der Story: KI-Workloads fressen nicht nur Rechenleistung, sie treiben auch den Bedarf an immer schnelleren Verbindungen im Rechenzentrum. Marvell positioniert sich damit stärker in der Infrastruktur-Schicht, die von diesem Trend profitieren soll.
Der Zeitplan dämpft die kurzfristige Fantasie
So strategisch der Schritt wirkt, so klar ist auch die Ansage zum Timing. Laut Unternehmensprojektionen werden erste Umsatzbeiträge von Celestial AI erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028 erwartet. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2028 stellt das Management eine annualisierte Umsatzrate von 500 Millionen US-Dollar in Aussicht.
Benchmark-Analyst Cody Acree geht noch weiter: Bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2029 könne daraus eine quartalsweise „Exit Rate“ von 250 Millionen US-Dollar werden – also rund 1 Milliarde US-Dollar annualisiert. Für Anleger bedeutet das: Die Logik der Übernahme ist langfristig, der Ergebnishebel kommt spät. Wie viel ist der Markt bereit, heute für einen Nutzen zu bezahlen, der erst 2028/2029 sichtbar werden soll? Genau diese Frage erklärt die gemischten Reaktionen.
Analysten und Investoren: Uneinheitliches Bild
Nach Vollzug des Deals gingen die Einschätzungen auseinander:
- Optimistische Häuser: Stifel Nicolaus und Deutsche Bank hoben ihre Kursziele auf 114 bis 125 US-Dollar an und setzen damit auf langfristige Synergien.
- Vorsichtigere Stimmen: Citigroup, Rosenblatt und Needham senkten ihre Kursziele. Benchmark blieb am 5. Februar 2026 bei „Hold“ und verwies auf den verzögerten Umsatzbeitrag.
Auch bei Investoren und Insidern gab es Bewegung. Institutionelle Anleger passten ihre Positionen im dritten Quartal an: SBI Securities stockte um 53,2% auf, Jones Financial Companies um 76,9%. Thrivent Financial for Lutherans reduzierte dagegen um 52,8%. Auf Insiderseite fiel ein Verkauf auf: EVP Mark Casper veräußerte am 5. Januar 2026 5.000 Aktien und senkte damit seinen direkten Anteil laut Bericht um rund 20%.
Beim Kurs zeigt sich der Druck der vergangenen Monate: In den letzten 12 Monaten liegt der Titel 45,27% im Minus (Schlusskurs gestern: 62,82 €).
Zahlen liefern Rückenwind – nächster Test im März
Operativ hatte Marvell zuletzt solide Argumente: Im Quartalsbericht vom 2. Dezember stieg der Umsatz auf 2,07 Milliarden US-Dollar (+36,8% zum Vorjahr). Der Gewinn je Aktie lag bei 0,76 US-Dollar und damit leicht über der Erwartung von 0,74 US-Dollar. Für das kommende Quartal stellte das Unternehmen eine EPS-Spanne von 0,740 bis 0,840 US-Dollar in Aussicht.
Der nächste konkrete Gradmesser folgt bereits am 4. März 2026 mit den nächsten Quartalszahlen – dann dürfte sich zeigen, wie stark Integrationskosten kurzfristig durchschlagen und wie sich die Nachfrage nach Data-Center-Silizium in der Praxis entwickelt.
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