Marvell Technology setzt voll auf die nächste Generation von KI-Rechenzentren – doch die Analysten ziehen nicht an einem Strang. Während eine große Investmentbank das Papier klar auf der Gewinnerseite sieht, tritt ein anderer Research-Anbieter auf die Bremse. Im Zentrum steht die Frage: Tragen die milliardenschweren Zukäufe im Bereich optischer Verbindungen die ehrgeizigen Wachstumsziele?

Analysten uneins über die Stoßrichtung

Am Mittwoch hat RBC Capital die Beobachtung von Marvell aufgenommen und die Aktie mit „Outperform“ eingestuft. Begründung: eine starke Position im Datencenter-Geschäft und konkrete Aufträge im KI-Bereich. Besonders hervorgehoben wurden feste Bestellungen für AWS-Trainium3-Chips sowie die Rolle von Marvell als Schlüssellieferant für den kommenden Trainium4-Prozessor.

RBC sieht zudem die optische Sparte und maßgeschneiderte SmartNICs als unterschätzte Wachstumstreiber. Diese Produkte sollen dazu beitragen, die stetig steigende Datenflut in KI-Rechenzentren effizienter zu transportieren und zu verarbeiten.

Im deutlichen Gegensatz dazu steht die Einstufung von Zacks Research: Dort wurde die Aktie am selben Tag von „Strong Buy“ auf „Hold“ herabgestuft. Die Botschaft: Trotz positiver Stimmen anderer Häuser sei mehr Zurückhaltung angebracht. Damit spiegelt sich im Analystenlager die Unsicherheit wider, wie schnell und nachhaltig Marvell die aktuelle Strategie in profitable Umsätze verwandeln kann.

Milliarden für optische KI-Infrastruktur

Hintergrund der kontroversen Einschätzungen ist eine aggressive Zukaufstrategie. Marvell hat sich mit zwei größeren Übernahmen klar in Richtung optischer Verbindungs­technologien positioniert:

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  • Übernahme von Celestial AI für 3,25 Milliarden US-Dollar
  • Kauf von XConn Technologies für 540 Millionen US-Dollar

Beide Deals zielen auf ein zentrales Nadelöhr moderner KI-Infrastruktur: Klassische Kupferverkabelung stößt bei Leistung und Bandbreite zunehmend an physikalische Grenzen, wenn hunderte Beschleuniger über mehrere Racks hinweg verbunden werden. Optische Interconnects sollen genau diese Engpässe lösen.

Im Handel am Mittwoch reagierte der Markt verhalten. Nach einem Wochenplus von gut 16 % im 30-Tage-Vergleich legte die Aktie eine Verschnaufpause ein und schloss gestern bei 83,05 US-Dollar, was einem leichten Rücksetzer von unter 1 % auf Wochensicht entspricht.

Wachstumsstory mit langem Atem

Operativ liefert Marvell bislang starke Wachstumsraten. Im zuletzt gemeldeten Quartal stieg der Umsatz um 36,8 % im Vergleich zum Vorjahr, das Datencenter-Segment legte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sogar um knapp 38 % zu. Diese Dynamik bildet das Fundament für die aktuelle Strategieverschiebung.

Gleichzeitig handelt es sich um ein Langfristprojekt. Marvell erwartet, dass XConn ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 spürbar zum Umsatz beiträgt. Für Celestial AI peilt das Management einen annualisierten Umsatzlauf von 500 Millionen US-Dollar bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2028 an. Bis diese Ziele erreicht sind, müssen Integration, Produktentwicklung und Kundenakquise funktionieren.

Trotz der Herabstufung durch Zacks liegt der übergreifende Analystenkonsens weiterhin bei „Moderate Buy“. Das zeigt: Viele Marktteilnehmer sehen die KI-Ausrichtung grundsätzlich positiv, erkennen aber gleichzeitig die Risiken und den langen Zeithorizont, den die optischen Projekte mit sich bringen.

Ausblick: Ergebnisse und Integration im Fokus

Für das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 stellt Marvell einen Gewinn je Aktie zwischen 0,74 und 0,84 US-Dollar in Aussicht. Operativ hängt der nächste Schritt vor allem davon ab, wie reibungslos die eingekauften Unternehmen eingebunden werden und wie gut Marvell den Architekturwechsel in KI-Rechenzentren in konkrete Aufträge übersetzt.

Charttechnisch konsolidiert die Aktie derzeit in einer breiten Spanne und hat nach kräftigen Anstiegen eine Basis in der Nähe wichtiger Unterstützungsniveaus ausgebildet. Aus Marktsicht wird in den kommenden Quartalen entscheidend sein, ob die optische Infrastrukturstrategie – insbesondere mit Celestial AI und XConn – wie geplant in einen Milliardenumsatz mündet und damit die bisherige Wachstumsgeschichte im Datencenter-Bereich fortschreibt.

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