Nach einem Kursplus von mehr als 30 % seit Jahresbeginn geriet die Lynas-Aktie gestern deutlich unter Druck. Auf die scharfe Rally folgte ein Rücksetzer von rund 5 %, ausgelöst durch Gewinnmitnahmen nach der Vorlage neuer Quartalszahlen. Heute versucht der Titel, sich im Bereich um 16,75 Austral-Dollar zu stabilisieren – im Spannungsfeld zwischen überhitzter Technik und deutlich verbesserten Fundamentaldaten.

Schwankungsreiche Woche an der ASX

Die laufende Handelswoche steht für Lynas im Zeichen hoher Volatilität. Allein im Januar legte die Aktie etwa 31 % zu, ehe die Stimmung gestern abrupt drehte. Die Reaktion wirkte wie ein klassisches „sell the news“-Muster nach einem schnellen Anstieg.

Aktuell konsolidiert der Kurs um die Marke von 16,75 A$ und tastet den Unterstützungsbereich zwischen 16,00 und 16,50 A$ an. In dieser Zone prallen kurzfristige Gewinnmitnahmen und die neu bewertete Fundamentallage aufeinander. Technisch ist die Aktie überdehnt, gleichzeitig spiegeln die Zahlen ein deutlich besseres Preisumfeld für Seltene Erden wider.

Preissprung bei Seltenen Erden

Auslöser der Neubewertung ist der Quartalsbericht für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2025. Die Daten zeigen eine klar verbesserte Erlössituation, vor allem über deutlich höhere Verkaufspreise.

Lynas meldete einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 85,60 A$ je Kilogramm über das gesamte Produktportfolio. Im Vergleich zu früheren Quartalen – etwa 49,20 A$/kg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 – ist das ein markanter Sprung. Daraus lässt sich ablesen, dass sich das Marktumfeld für NdPr (Neodym-Praseodym) und andere Seltene Erden spürbar verengt hat.

Wichtige Kennzahlen des Quartals im Überblick:

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  • Durchschnittlicher Verkaufspreis: 85,60 A$/kg
  • Umsatzerlöse: 201,9 Mio. A$
  • Barmittelbestand: rund 1,03 Mrd. A$
  • Produktion NdPr: 1.404 Tonnen trotz Stromunterbrechungen

Der hohe ASP in Kombination mit solider Produktion und starker Liquidität unterstreicht das Potenzial für eine kräftige Cash-Generierung, sofern das Preisniveau anhält.

CEO-Wechsel sorgt für Unsicherheit

Neben den Zahlen belastet eine Personalnachricht die Stimmung: CEO Amanda Lacaze will zum Ende des laufenden Geschäftsjahres in den Ruhestand gehen. Sie gilt seit über einem Jahrzehnt als zentrale Figur des Turnarounds.

Die Nachfolgeregelung wirkt geordnet, dennoch wertet der Markt den anstehenden Führungswechsel als Unsicherheitsfaktor. In Kombination mit dem steilen Kursanstieg verstärkt diese Nachricht den Anreiz, kurzfristige Gewinne zu realisieren – ein Muster, das sich in den vergangenen 24 Stunden klar gezeigt hat.

Politischer Rückenwind und strategische Position

Auf Makroebene bleibt das Umfeld unterstützend. Weltweit rücken Versorgungssicherheit und Diversifizierung der Lieferketten stärker in den Fokus. Davon profitiert vor allem die Produktion von Seltenen Erden außerhalb Chinas.

Lynas ist weiterhin der einzige bedeutende Produzent separierter Seltenerden außerhalb der chinesischen Lieferkette. Diese strategische Rolle stützt die Bewertung und begrenzt bislang den Abwärtsdruck, wie die wieder einsetzende Nachfrage nach dem Kursrückgang gestern signalisiert.

Aktuelle Marktposition im Überblick

Anleger haben es derzeit mit einem Wert zu tun, der technisch überzogen, fundamental aber klar gestärkt ist:

  • Trend: Deutlicher Aufwärtstrend (+31 % seit Jahresbeginn), unterbrochen von einer scharfen Korrektur
  • Haupttreiber: Realisierte Verkaufspreise von 85,60 A$/kg
  • Risiken: Führungswechsel im Top-Management, Stromversorgung und operative Stabilität am Standort Kalgoorlie
  • Kurzfristige Unterstützung: Test der Zone 16,00–16,50 A$

In den kommenden Handelstagen dürfte entscheidend sein, ob sich der Kurs oberhalb dieser Unterstützungszone behaupten kann. Bleibt das aktuelle Preisniveau für Seltene Erden bestehen und verlaufen der Übergang in der Unternehmensführung sowie der Betrieb in Kalgoorlie stabil, spricht vieles für eine anhaltend hohe Ertragskraft.

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