Lynas Rare Earths meldet ein deutlich stärkeres zweites Quartal des Geschäftsjahres 2026. Höhere Verkaufspreise trieben den Umsatz kräftig nach oben, obwohl die Produktion rückläufig war. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen einen Führungswechsel an, der eine Ära beendet und die nächste Phase der Wachstumsstrategie einleiten soll.

Preise kompensieren Produktionsrückgang

Für das zum 31. Dezember 2025 beendete Quartal erzielte Lynas einen Bruttoumsatz von 201,9 Mio. A$, nach 141,2 Mio. A$ im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 43 %.

Treiber dieser Entwicklung war vor allem der starke Anstieg der realisierten Verkaufspreise. Der durchschnittliche Verkaufspreis über alle Seltenen-Erden-Produkte lag bei 85,60 A$/kg – ein Sprung um 74 % gegenüber 49,20 A$/kg ein Jahr zuvor. CEO Amanda Lacaze führte den verbesserten Preisrahmen gegenüber Reuters auf staatliche Maßnahmen zurück, die zu „funktionaleren Marktdynamiken“ geführt hätten.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Bruttoumsatz: 201,9 Mio. A$ (YoY +43 %)
  • Zahlungseingänge aus Verkäufen: 185,0 Mio. A$ (YoY +27 %)
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis: 85,60 A$/kg (YoY +74 %)
  • Liquide Mittel: 1,03 Mrd. A$

Trotz der starken Preisentwicklung ging die Produktion zurück. Die Gesamtproduktion von Rare Earth Oxides fiel auf 2.382 Tonnen, nach 3.993 Tonnen im Vorquartal. Die NdPr-Produktion (Neodym-Praseodym) lag bei 1.404 Tonnen und damit rund 30 % unter dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026.

Störungen in Kalgoorlie und Wartung in Malaysia

Der Produktionsrückgang hatte zwei Hauptursachen: Zum einen gab es im November erhebliche Störungen der Stromversorgung am Verarbeitungsstandort Kalgoorlie in Westaustralien. Zum anderen führte Lynas planmäßige umfangreiche Wartungsarbeiten am Standort Kuantan in Malaysia durch.

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Laut Quartalsbericht wurden die Ofenwartungen in Malaysia sicher abgeschlossen, die Crack- und Laugungsanlagen nahmen im Januar 2026 den Betrieb wieder auf. In Kalgoorlie hat sich die Stromversorgung nach Maßnahmen des Energieversorgers stabilisiert. Parallel arbeitet das Unternehmen weiter an netzunabhängigen Lösungen, um die Energieversorgung des Standorts langfristig abzusichern.

CEO-Wechsel nach zwölf Jahren

Am 13. Januar 2026 gab Lynas bekannt, dass Amanda Lacaze zum Ende des laufenden Geschäftsjahres als CEO und Managing Director zurücktreten wird. Damit endet eine zwölfjährige Amtszeit an der Spitze des Unternehmens. Der Verwaltungsrat hat einen Auswahlprozess gestartet und prüft interne wie externe Kandidaten.

In einem Investorencall am 21. Januar betonte Lacaze, sie sei „erfreut, das Unternehmen in ausgezeichneter Verfassung zu übergeben“ – mit solider Bilanz, abgeschlossenem Investitionsprogramm und der Wachstumsstrategie „Towards 2030“ als Rahmen für die kommenden Jahre.

Ausbauprojekte schreiten voran

Operativ kommt Lynas mit seinen Expansionsprojekten voran. Die Inbetriebnahme des Erweiterungsprojekts am Minenstandort Mt Weld wurde im Quartal abgeschlossen. Die neue Flotationsanlage erreichte 70 % der Auslegungsleistung.

Zudem konnte der Standort im Dezember einen Anteil erneuerbarer Energien von 92 % am Energieverbrauch ausweisen und lag damit deutlich über dem Zielwert von 70 %.

In Malaysia hat Lynas mit der Erweiterung der Kapazitäten zur Separation schwerer Seltenerd-Elemente begonnen. Die erste Produktion von Samarium ist für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 geplant.

Marktstimmung und Ausblick

Lacaze zufolge setzte sich die positive Marktstimmung aus dem Dezemberquartal im Januar 2026 fort. Sie verwies gegenüber Reuters darauf, dass geopolitische Entwicklungen dem Unternehmen weiterhin zugutekämen. Zudem laufen Gespräche mit der US-Regierung über mögliche Preissicherungsmechanismen weiter.

Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, wie schnell die Produktion nach den Störungen wieder hochläuft und in welchem Umfang die höheren Preise auf diesem Niveau bleiben. Mit der starken Liquiditätsposition, laufenden Kapazitätserweiterungen und der klar formulierten „Towards 2030“-Strategie verfügt Lynas über konkrete Ansatzpunkte, um das Wachstum im Geschäftsjahr 2026 und darüber hinaus fortzusetzen.

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