Lynas Aktie: Rally unter Druck
Lynas Rare Earths sorgt für eine spannende Gemengelage: Auf der einen Seite starke Quartalszahlen und hohe Preise für Seltene Erden, auf der anderen Seite eine deutliche Verkaufsempfehlung eines Brokers nach einer Kursrally von rund 150% in zwölf Monaten. Im Markt steht damit die Frage im Raum, ob der Anstieg überzogen ist.
Broker warnt vor Rückschlag
Ein führender Broker hatte heute eine kritische Studie zu Lynas veröffentlicht. Die Analysten von Bell Potter sehen den Kurs nach dem starken Lauf klar vorausgeeilt. Ihrer Einschätzung nach könnte die Aktie vom aktuellen Niveau aus um bis zu 33% nachgeben.
Kern der Argumentation: Die wichtigsten positiven Faktoren seien bereits im Kurs enthalten. Dazu zählen insbesondere:
- der deutliche Anstieg der Preise für Seltene Erden
- die starke Positionierung von Lynas als Lieferant außerhalb Chinas
Die Aktie notierte zuletzt in der Nähe von 16,86 Australischen Dollar. Auf diesem Niveau sehen die Analysten wenig zusätzlichen Spielraum nach oben und halten eine spürbare Korrektur für möglich, falls die Euphorie nachlässt. Das Timing der Herabstufung ist bemerkenswert, da das Unternehmen gerade erst seine Zahlen für das zum 31. Dezember 2025 beendete Quartal vorgelegt hat.
Starke Q2-Zahlen, hohe Bewertung
Operativ präsentiert sich Lynas aktuell deutlich verbessert. Der Bericht für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Q2 GJ26), veröffentlicht am 21. Januar, zeigt eine kräftige Erholung des Geschäfts.
Wichtige Kennzahlen aus dem Q2-Bericht:
- Umsatz: 201,9 Mio. A$, ein Plus von 43% gegenüber 141,2 Mio. A$ im Vorjahresquartal
- Preise: Durchschnittlicher Verkaufspreis 85,60 A$/kg, ein Anstieg um 74% gegenüber 49,20 A$/kg in Q2 GJ25
- Liquidität: Barmittel von rund 1,03 Mrd. A$
- Produktion: 2.382 Tonnen Rare Earth Oxide (REO), davon 1.404 Tonnen NdPr
Damit steht Lynas operativ so stark da wie selten. Gleichzeitig verweist die skeptische Brokerstudie auf Bewertungsrisiken: Die Kombination aus Rekordpreisen und hoher Profitabilität ist im Kurs bereits eingepreist, während Ausführungsrisiken weiter bestehen.
Führungswechsel sorgt für Unsicherheit
Zusätzliche Unruhe bringt der anstehende Führungswechsel. Am 13. Januar kündigte die langjährige Vorstandschefin Amanda Lacaze ihren Rückzug zum Ende des laufenden Geschäftsjahres an. Sie gilt als Schlüsselfigur der vergangenen Jahre, in denen Lynas von einer schwierigen Phase zu einem der wichtigsten Produzenten außerhalb Chinas geworden ist.
Lacaze soll zwar einen geordneten Übergang begleiten, ein Nachfolger ist jedoch noch nicht benannt. Diese Konstellation – hohe Bewertung bei gleichzeitig bevorstehendem CEO-Wechsel – erhöht aus Sicht vorsichtiger Marktteilnehmer das Risiko.
Operative Baustellen in Kalgoorlie
Neben den strategischen Themen gibt es auch operative Herausforderungen. Im Quartalsbericht verweist Lynas auf Probleme im neuen Verarbeitungswerk in Kalgoorlie. Stromausfälle beeinträchtigten die Produktion, sodass das Unternehmen auf Lagerbestände zurückgreifen musste, um Lieferverpflichtungen zu erfüllen.
Inzwischen hat sich die Stromversorgung zwar stabilisiert. Die Störungen zeigen jedoch, wie empfindlich der Hochlauf komplexer Verarbeitungskapazitäten sein kann und wie schnell solche Störungen auf Umsatz und Kosten durchschlagen könnten.
Bewertung und Kursmarken im Fokus
Die Ausgangslage ist damit klar umrissen: Fundamentale Rückenwindfaktoren wie der hohe realisierte Preis von 85,60 A$/kg und eine starke Bilanz treffen auf eine anspruchsvolle Bewertung und mehrere Unsicherheiten – von der Analystenherabstufung bis zum anstehenden CEO-Wechsel und operativen Risiken in Kalgoorlie.
Im Markt rückt nun vor allem die Kurszone um 15,00 A$ in den Blick. Ein Rutsch unter diese Marke würde die vorsichtige Einschätzung von Bell Potter stützen und könnte eine weitergehende Korrektur auslösen. Stabilisiert sich der Kurs hingegen darüber, dürfte der Markt die robusten Fundamentaldaten zunächst als Gegengewicht zur skeptischen Brokeranalyse werten.
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