Goldman Sachs hat die Lufthansa-Aktie auf „Sell" herabgestuft — und liefert damit das bislang pessimistischste Signal unter den Analysten. Analyst Patrick Creuset senkte das Kursziel von 7,10 auf 6,60 Euro. Treiber dieser Neubewertung ist der Iran-Konflikt und seine direkten Folgen für die Kostenstruktur europäischer Fluggesellschaften.

Kerosinkosten als Hauptproblem

Das Kernargument der Herabstufung ist eindeutig: Die Kerosinpreise haben sich seit Ende Februar nahezu verdoppelt. Goldman erwartet zwar, dass steigende Ticketpreise auf Langstrecken und ein florierendes Frachtgeschäft teilweise gegensteuern — eine vollständige Kompensation der Mehrkosten hält der Analyst jedoch für unrealistisch. Für die Lufthansa bedeutet das eine schwer kalkulierbare Kostenbasis im laufenden Geschäftsjahr, das das Management selbst als „unklar" einschätzt.

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Die Aktie steht entsprechend unter Druck. Mit einem Minus von rund 20 Prozent in den vergangenen 30 Tagen notiert sie heute bei 7,35 Euro — und damit bereits deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 8,01 Euro.

Europäer gegen Amerikaner

Aufschlussreich ist der Vergleich mit den US-Wettbewerbern. United Airlines, Delta und American Airlines mussten im ersten Quartal ebenfalls Treibstoff-Mehrkosten von je rund 400 Millionen US-Dollar verkraften — hoben ihre Umsatzprognosen aber trotzdem an. Ticketpreiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent machten es möglich. Europäische Anbieter wie Lufthansa, Air France-KLM oder Wizz Air sind durch ihre geografische Nähe zum Konfliktherd stärker betroffen: Flugroutenänderungen verursachen zusätzliche Kosten und Komplexität, die US-Airlines in dieser Form nicht treffen.

Piloten-Gespräche als kleines Gegengewicht

Etwas Entspannung kommt von der Tariffront. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ein Gesprächsangebot der Lufthansa zur betrieblichen Altersversorgung angenommen; ein Treffen ist für kommende Woche geplant. Lufthansa bietet eine Erhöhung der Betriebsrenten um bis zu 50 Prozent an, verknüpft das jedoch mit der Forderung, die Übergangsversorgung für vorzeitig ausscheidende Piloten abzuschaffen.

Das Analystenbild insgesamt hat sich mit der neuen Verkaufsempfehlung merklich eingetrübt: Sieben „Hold"- und drei „Buy"-Ratings stehen nun einer „Sell"-Einstufung gegenüber, während das Konsens-Kursziel nur noch rund zehn Prozent über dem aktuellen Kurs liegt. Solange der Energiemarkt volatil bleibt und der Brent-Ölpreis um die 108 US-Dollar pendelt, dürfte der Titel kaum Rückenwind bekommen.

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