Palantir Aktie: Gegenwind in Europa
Während Palantir in den USA mit rasantem Wachstum glänzt, braut sich auf der anderen Seite des Atlantiks Widerstand zusammen. Die britische Regierung signalisiert eine Abkehr von ausländischen Technologieanbietern, was lukrative Regierungsaufträge gefährdet. Gleichzeitig werfen erste europäische Banken das Unternehmen aus ihren Nachhaltigkeitsfonds.
Britische Regierung ändert Kurs
Der britische Wissenschaftsminister Patrick Vallance kündigte eine neue Beschaffungsstrategie an, die heimische Softwarelösungen bevorzugen soll. Diese politische Neuausrichtung bedroht direkt Palantirs bestehende Verträge. Besonders im Fokus steht die Datenplattform für den Gesundheitsdienst NHS.
Dieser Auftrag mit einem Volumen von rund 182,2 Millionen Pfund läuft regulär bis Februar 2027. Parlamentarier prüfen bereits Möglichkeiten, den Vertrag vorzeitig aufzulösen, um auf britische Alternativen umzusteigen. Begleitet wird diese Entwicklung von kritischen Nachfragen zu einem unprotokollierten Treffen zwischen der Palantir-Führung und Regierungsvertretern im Februar 2025.
Auch im Finanzsektor stößt der Datenkonzern auf Hürden. Laut Medienberichten haben belgische Banken damit begonnen, die Papiere aus ihren nachhaltigen Investmentfonds (ESG) zu streichen. Als Grund gelten anhaltende Kontroversen um die Geschäftspraktiken des Unternehmens. Dieser Schritt zeigt einen lokalen Widerstand, der die internationale Expansion im öffentlichen Sektor erschweren könnte.
US-Geschäft als Wachstumstreiber
Die operativen Zahlen zeichnen derweil ein völlig anderes Bild. Im vierten Quartal 2025 kletterte der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden US-Dollar. Das US-Geschäft wuchs im selben Zeitraum sogar um 93 Prozent auf 1,08 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser starken Fundamentaldaten reagiert der Markt am Freitag verhalten, der Kurs gab um 2,57 Prozent auf 130,62 Euro nach. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weit über 200 ist das Unternehmen im Vergleich zum Branchendurchschnitt extrem hoch bewertet. Diese sportliche Bewertung macht die Papiere anfällig für negative Nachrichten aus dem Auslandsgeschäft.
Um den internationalen Druck auszugleichen, konzentriert sich das Management verstärkt auf die Re-Industrialisierung der Vereinigten Staaten. Technikchef Shyam Sankar sieht künstliche Intelligenz als zentralen Hebel, um die Produktivität amerikanischer Arbeiter massiv zu steigern. Als Beispiel nannte er einen Hersteller von U-Boot-Teilen, der seine Produktionsplanung durch Software von zwei Wochen auf zehn Minuten verkürzte. Diese Strategie greift die staatlichen Förderprogramme des CHIPS Act auf und positioniert die Technologie als wichtigen Baustein der heimischen Industriekapazität.
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