Rekordgewinn und Dividendenerhöhung — und gleichzeitig drei offene Tarifkonflikte. Lufthansa steckt kurz vor der Sommersaison in einer ungewöhnlichen Lage. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat nun eine Urabstimmung eingeleitet und erhöht damit den Druck auf den Konzern spürbar.

UFO eskaliert — Sommer in Gefahr?

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat ihre Mitglieder beim Kabinenpersonal der Deutschen Lufthansa AG sowie der Lufthansa CityLine zur Urabstimmung aufgerufen. Frist: Freitag, 27. März. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger rechnet mit einem eindeutigen Ergebnis.

Auslöser sind festgefahrene Manteltarifverhandlungen und die aus Sicht der Gewerkschaft fehlende Bereitschaft, bei der CityLine über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Hintergrund: Das Management plant, den Flugbetrieb der Regionaltochter im kommenden Jahr einzustellen — betroffen wären rund 800 Beschäftigte. Kommt es nach dem 27. März zu einem formellen Streikaufruf, wäre Lufthansa erstmals seit Jahren mit simultanen Arbeitskämpfen in Cockpit und Kabine konfrontiert — mitten in der Hochsaison.

Heute trifft den Konzern bereits der nächste operative Rückschlag: Am Berliner Flughafen BER streikt das Verdi-organisierte Bodenpersonal von 04:00 bis 22:59 Uhr. Rund 445 Flugbewegungen und etwa 57.000 Passagiere sind betroffen. Streichungen und Verspätungen im Flugplan der Lufthansa Group werden im Laufe des Tages bekanntgegeben. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und der Flughafengesellschaft ist für den 25. März angesetzt.

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Pilotenstreit noch offen, Nahost-Krise belastet Streckennetz

Auch der Konflikt mit den Piloten schwelt weiter. Lufthansa hat zuletzt einen neuen Vorschlag zur Betriebsrente vorgelegt: Die bisherige Übergangsversorgung soll gestrichen und die Mittel in höhere Betriebsrenten umgewandelt werden — laut Unternehmen ein Plus von bis zu 50 Prozent. Die Vereinigung Cockpit prüft den Vorschlag noch.

Zusätzlich belastet die geopolitische Lage das Streckennetz. Flüge nach Tel Aviv sind bis 9. April ausgesetzt, nach Teheran bis 30. April, nach Dubai und Abu Dhabi bis 28. März.

Rekordergebnis trifft auf Tarifeskalation

Das Geschäftsjahr 2025 lief für Lufthansa stark: Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro, der operative Gewinn kletterte auf 2 Milliarden Euro. 135 Millionen Passagiere flogen mit einer Airline der Gruppe — ein Rekordauslastung von 83,2 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen Ergebniseffekt von 1,5 Milliarden Euro aus seinem Turnaround-Programm, bis 2028 sollen es 2,5 Milliarden Euro sein.

Die Aktie notiert mit rund 7,96 Euro deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,68 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen rund 14 Prozent verloren. Ob die ambitionierten Wachstumspläne — darunter fast wöchentliche Flottenauslieferungen im Jahr 2026 — ungestört umgesetzt werden können, entscheidet sich maßgeblich am 27. März, wenn die UFO-Urabstimmung endet.

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