Lufthansa Aktie: Geopolitik drückt
Die Lufthansa Group reagiert erneut auf Spannungen im Nahen Osten und schränkt mehrere Verbindungen ein. Umfliegungen und Flugstreichungen sorgen für operative Mehrkosten – während der Konzern gleichzeitig an ambitionierten Wachstumszielen für 2026 festhält. Wie robust ist die aktuelle Investmentstory gegen diese geopolitischen Störfaktoren?
Geopolitische Risiken belasten den Flugbetrieb
Auslöser der jüngsten Maßnahmen sind die verschärften Spannungen rund um mögliche US-Militäraktionen gegen den Iran. Lufthansa hat darauf mit konkreten Eingriffen in den Flugbetrieb reagiert:
- Streichung aller Nachtflüge nach Tel Aviv und Amman vom 15. bis 19. Januar 2026
- Umgehung des iranischen und irakischen Luftraums bis auf Weiteres
- Einbeziehung der Konzern-Airlines SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings
Ziel ist es, zu vermeiden, dass Besatzungen über Nacht in Israel bleiben müssen. Auch ITA Airways, an der Lufthansa maßgeblich beteiligt ist, hat ihre Nachtflüge nach Tel Aviv bis Dienstag kommender Woche ausgesetzt.
Die Branche schaut genau hin. Marktbeobachter verweisen auf frühere Phasen erhöhter Unsicherheit, in denen internationale Airlines ihren Israel-Verkehr zeitweise ganz einstellten – mit der Folge knapper Kapazitäten und deutlich höherer Ticketpreise. Für Lufthansa bedeuten die aktuellen Maßnahmen vor allem operative Umplanungen, die kurzfristig Kosten und Komplexität erhöhen.
Die Fakten im Überblick
Einige zentrale Kennzahlen zur aktuellen Lage:
- Aktueller Kurs: 8,42 € (Schluss gestern: 8,45 €)
- Veränderung 12 Monate: +47,37 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (10,20 €): rund -17 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief (5,71 €): +47,37 %
- 200‑Tage-Durchschnitt: 7,58 € (Aktie rund 11 % darüber)
- RSI (14 Tage): 45,2 (neutraler Bereich)
Mit einem Jahresplus von deutlich über 40 % wirkt der Titel trotz der jüngsten Rücksetzer eher erholt als angeschlagen. Gleichzeitig signalisiert der Kursabstand zum 52‑Wochen-Hoch, dass die Erholung noch nicht vollständig ist.
Charttechnik und Bilanz: Chance mit Risiko
Am 14. Januar 2026 überschritt die Aktie die 200‑Tage-Linie (7,79 €) und kletterte in der Spitze bis 8,83 €. Aus technischer Sicht unterstreicht der aktuelle Kurs leicht oberhalb des 200‑Tage-Durchschnitts den Versuch einer mittelfristigen Stabilisierung.
Fundamental zeigen die Kennzahlen ein gemischtes Bild:
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 11,95
- PEG-Ratio: 0,07
- Dividendenrendite: rund 3,4 %
- Debt-to-Equity-Ratio: 137,28
Das Bewertungsniveau erscheint moderat, die sehr niedrige PEG-Ratio deutet auf einen im Verhältnis zum erwarteten Wachstum günstigen Gewinnmultiplikator hin. Gleichzeitig bleibt die hohe Verschuldungsquote ein struktureller Belastungsfaktor. Steigende Zinsen oder erneute Nachfrageeinbrüche könnten sich hier spürbar auswirken.
Wachstumsstrategie 2026 im Fokus
Operativ denkt der Konzern trotz der aktuellen Einschränkungen klar nach vorn. CEO Carsten Spohr hat im Dezember 2025 für das Jahr 2026 ein Kapazitätswachstum von 6 % auf Langstreckenverbindungen angekündigt, die Gesamtkapazität soll um rund 3,5 % zulegen.
Nach der Rückkehr in die Gewinnzone 2025 rückt nun die Profitabilität stärker in den Mittelpunkt. Geplant sind unter anderem:
- Einsatz neuer Langstreckenjets vom Typ Boeing 787 und Airbus A350
- Einführung der neuen Kabinenprodukte unter dem Namen „Allegris“
- Effizientere Personalplanung auf Basis neu verhandelter Tarifverträge
Mittelfristig peilt der Konzern für den Zeitraum 2028 bis 2030 eine Marge von 8–10 % an. Diese Ziele setzen stabile Nachfrage und ein weitgehend störungsfreies Umfeld voraus – Faktoren, die durch geopolitische Spannungen immer wieder auf die Probe gestellt werden.
Geopolitik als dauerhafte Unbekannte
Die temporäre Schließung des iranischen Luftraums am 14. Januar 2026 für knapp fünf Stunden hat verdeutlicht, wie schnell die Rahmenbedingungen für den internationalen Flugverkehr kippen können. Die deutsche Regierung hat ihre Airlines zudem offiziell vor Überflügen über iranisches Territorium gewarnt.
Für Lufthansa bedeuten Umwege und Streichungen:
- längere Flugzeiten und damit höhere Treibstoff- und Personalkosten
- potenzielle Stornierungen oder Umbuchungen von Kunden
- zusätzlichen Planungsaufwand im Netzwerk
Im Kursbild spiegeln sich diese Risiken aktuell eher in einem moderaten Gegenwind als in einem Bruch des übergeordneten Aufwärtstrends. Entscheidend wird nun sein, ob der Konzern seine Wachstums- und Margenziele trotz der geopolitischen Störungen weitgehend einhalten kann und der Kurs sich oberhalb des 200‑Tage-Durchschnitts stabilisiert.
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