Lufthansa Aktie: Challenge ahead!
Die jüngste Kursentwicklung der Lufthansa spiegelt eine Mischung aus geopolitischen Risiken und branchenspezifischem Gegenwind wider. Vor allem die erneute Aussetzung der Teheran-Flüge und Berichte über Kapazitätskürzungen im Transatlantik-Verkehr bremsen die Erholungstendenz. Spannend ist dabei vor allem, wie sich die Kombination aus Sicherheitslage und Preisdruck auf die Margen auswirkt.
Geopolitische Risiken belasten den Kurs
Im Mittelpunkt steht erneut die Iran-Verbindung. Die geplante Wiederaufnahme der Strecke Frankfurt–Teheran am 16. Januar wird verschoben, die Flüge bleiben vorerst bis Ende Januar ausgesetzt. Die Verbindung war zuvor bereits rund sechs Monate ruhend gestellt worden.
Hintergrund sind anhaltende Sicherheitsbedenken und die instabile Lage in der Region. Auch Austrian Airlines, eine Konzerntochter, streicht ihre Flüge nach Teheran. Der Konzern betont, die Situation „sehr genau“ zu beobachten. An der Börse wird dies als Zeichen fortbestehender Unsicherheit gewertet – ein Faktor, der kurzfristig auf die Stimmung drückt.
Parallel dazu sorgen Branchenmeldungen zu geplanten Kapazitätsanpassungen im Transatlantik-Verkehr 2026 für Zurückhaltung. Mehrere große Anbieter, darunter Lufthansa, Delta und United, richten ihre Streckennetze zwischen Europa und den USA neu aus. Grund ist eine sich normalisierende Nachfrage nach dem Nach-Corona-Boom, die lokal zu einem Überangebot an Sitzplätzen geführt hat.
Auf den viel frequentierten Routen zwischen Europa und Nordamerika sind die Airlines zuletzt mit teils deutlichen Rabatten aufgefallen, Berichte sprechen von Preisnachlässen bis zu 55 Prozent zur Sicherung der Auslastung. Das Risiko: Margendruck in einem bislang besonders profitablen Verkehrskorridor.
Die Fakten im Überblick
- Teheran-Flüge bleiben mindestens bis Ende Januar ausgesetzt
- Kapazitätsanpassungen im Transatlantik-Verkehr für 2026 geplant
- Ticketpreise auf Nordatlantik-Routen unter Druck, teils hohe Rabatte
- Aktie gestern bei 8,75 Euro, rund 14 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 10,20 Euro
- Deutliche Erholung im 12-Monats-Vergleich (+56,23 %), aber kurzfristige Schwäche
- Aktie notiert über 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt (8,38 / 7,89 / 7,54 Euro)
- RSI bei 45,2 – kein überkauftes oder überverkauftes Niveau
Im Vergleich zum DAX, der gestern zulegen konnte, zeigt sich damit eine klare Underperformance. Während der Index freundlich tendiert, rückt bei Lufthansa vor allem das Nachrichtenumfeld in den Vordergrund.
Bewertung und Marktbild
Die Kursregion um 8,75 Euro wird aktuell zu einer Art Testzone. Auf der einen Seite steht ein Kurs, der noch spürbar über den mittelfristigen Durchschnitten (100- und 200-Tage-Linie) liegt und damit auf eine grundsätzlich intakte Erholung verweist. Auf der anderen Seite ist der Abstand von rund 14 % zum 52‑Wochen-Hoch ein Hinweis darauf, dass die zuletzt positive Dynamik ins Stocken geraten ist.
Die hohe annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 82 % unterstreicht, wie stark die Ausschläge der vergangenen Wochen waren. Der RSI von 45,2 signalisiert jedoch, dass der Titel weder in einen extremen Verkaufs- noch in einen Überhitzungsbereich gelaufen ist.
Fundamental wird die Lage vor allem über zwei Themen gefiltert:
-
Geopolitik und operative Flexibilität
Die Verschiebung der Iran-Flüge zeigt, dass Sicherheit Priorität hat – gleichzeitig sind solche Anpassungen für Investoren ein Unsicherheitsfaktor, weil Planung und Kapazitätssteuerung komplexer werden. -
Transatlantischer Preisdruck
Der Wettbewerbsdruck auf Nordatlantik-Routen und sinkende Durchschnittserlöse könnten die Ertragslage im wichtigen Langstrecken-Geschäft dämpfen. Marktteilnehmer stellen deshalb die Frage, wie robust die Preissetzungsmacht in einem Umfeld schwächerer Verbrauchernachfrage bleibt.
Frühere positive Analystenkommentare, etwa Hinweise auf Kooperationen im Technologiebereich, geraten damit in den Hintergrund. Dass JPMorgan ein Kursziel von 8,00 Euro bei „Neutral“ bestätigt, passt ins Bild eines begrenzten kurzfristigen Aufwärtsspielraums.
Technische Marken und nächste Impulse
Charttechnisch bewegen sich mehrere relevante Marken nah beieinander. Die Zone um 8,70 Euro fungiert kurzfristig als Unterstützung. Solange dieser Bereich hält, bleibt die Distanz zu den gleitenden Durchschnitten komfortabel und eine Stabilisierung ist möglich. Auf der Oberseite liegt um 9,00 Euro ein Widerstandsbereich, an dem sich zuletzt Angebot zeigte.
Wichtige Taktgeber für die kommenden Wochen sind:
- Die endgültige Entscheidung zur Wiederaufnahme der Iran-Flüge Ende Januar
- Konkrete Details zur Kapazitätsplanung im Sommerflugplan 2026, insbesondere auf den Nordatlantik-Routen
- Der Start der US-Berichtssaison mit Delta Air Lines als Frühindikator für Nachfrage- und Preistrends im Transatlantik-Verkehr
Fazit: Die Lufthansa-Aktie notiert nach kräftiger 12-Monats-Erholung in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Hält die Unterstützung im Bereich um 8,70 Euro und fallen die Signale aus den US-Zahlen sowie zur Sommerkapazität weniger belastend aus als befürchtet, hätte der Titel Spielraum, sich wieder an die 9-Euro-Marke heranzuarbeiten.
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