Die Rüstungsbranche erlebt seit gut einem Jahr eine Neubewertung – und Leonardo steht mitten in diesem Prozess. Nach einem kräftigen Anstieg legt die Aktie aktuell eine Verschnaufpause ein, während operativ gleich mehrere strategische Projekte Fahrt aufnehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall, das Luftverteidigungsprojekt „Michelangelo“ und ein neues Trainingssystem für Militärpiloten.

Aufwärtstrend mit Atempause

Charttechnisch zeigt der Titel einen klaren Aufwärtstrend, auch wenn nach dem jüngsten Hoch eine leichte Abkühlung eingesetzt hat. Die Aktie notiert heute bei 57,86 Euro und liegt damit deutlich über ihrem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, was den übergeordneten Aufwärtsimpuls unterstreicht. Gleichzeitig beträgt der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 68,56 Euro rund 16 %, während sich der Kurs gegenüber dem Tief der letzten zwölf Monate in etwa verdoppelt hat – ein Ausdruck der starken Neubewertung des Sektors.

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Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 75 signalisiert kurzfristig ein eher überkauftes Niveau. In Kombination mit der hohen annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 90 % deutet das auf eine nervöse, aber grundsätzlich nach oben gerichtete Marktphase hin. Rücksetzer werden bislang überwiegend zum Einstieg genutzt.

Rheinmetall-Joint-Venture und „Michelangelo“

Wesentlichen Rückhalt erhält der Kurs von operativen Fortschritten. Am 27. und 28. Januar wurden neue Details zum Joint Venture mit Rheinmetall bekannt. Das Gemeinschaftsprojekt hat die ersten vier Lynx-Schützenpanzer ausgeliefert – ein konkreter Meilenstein innerhalb eines Programms mit einem Volumen von 23 Milliarden Euro. Damit wird sichtbar, dass aus politischen Entscheidungen und Rahmenverträgen nun tatsächlich abrechenbare Leistung wird.

Parallel dazu rückt das europäische Luftverteidigungsprojekt „Michelangelo“ stärker in den Fokus. CEO Roberto Cingolani sprach von wachsendem internationalen Interesse an dieser Verteidigungsschirm-Initiative und nannte explizit Deutschland als Interessenten. Das unterstreicht das Potenzial, Leonardo stärker in ein europäisches Netzwerk großer Verteidigungsprogramme einzubinden. Für Anleger ist das entscheidend: Die aktuelle Bewertung baut damit zunehmend auf realen Großaufträgen und langfristigen Allianzen auf, nicht nur auf Branchenspekulation.

Innovationsschub durch FITS4TOP

Neben den Großprojekten im Land- und Luftverteidigungsbereich setzt Leonardo im Trainingssegment einen Akzent. Am 26. Januar stellte der Konzern das Projekt „FITS4TOP“ (Future Integrated Training System for TOP Pilots) am Standort Venegono Superiore vor.

Kern der Initiative ist die Verknüpfung realer Flugzeuge mit virtuellen Simulationsumgebungen. Dieses „System-of-Systems“-Konzept soll militärische Piloten in einer integrierten Umgebung schulen, in der Hardware, Software und Simulation eng zusammenwirken. Strategisch stärkt Leonardo damit seine technologische Position im Trainings- und Servicesegment – einem Bereich, der tendenziell stabilere und planbarere Erlöse liefert als das reine Hardwaregeschäft.

Kurzfristige Perspektive

Kurzfristig spielt die Zone um 57 Euro eine zentrale Rolle. Die aktuelle Konsolidierung leicht über diesem Niveau wirkt aus technischer Sicht wie eine gesunde Pause im bestehenden Aufwärtstrend. Hält die Unterstützung, wäre ein erneuter Angriff auf das jüngste Hochbereich im Laufe der nächsten Handelswochen plausibel. Fällt der Kurs dagegen spürbar unter die jüngste Spanne, würde sich der Fokus eher auf tieferliegende Unterstützungszonen verschieben.

Für die weitere Entwicklung sind vor allem zwei Treiber entscheidend: die Umsetzung des Rheinmetall-Joint-Ventures mit der geplanten Skalierung des Lynx-Programms sowie neue Signale rund um das „Michelangelo“-Projekt. Gelingt es Leonardo, hier weitere konkrete Aufträge und Partner zu gewinnen, würde das die aktuelle Neubewertung aus fundamentaler Sicht untermauern und dem bestehenden Aufwärtstrend zusätzlich Rückenwind geben.

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