Kraft Heinz startet schwach ins neue Jahr. Der Kurs hängt in der Nähe des Jahrestiefs fest, während Investoren mit einer Mischung aus Analystendruck, Strategiewechsel unter neuem CEO und politischem Gegenwind bei verarbeiteten Lebensmitteln konfrontiert sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie konsequent das Management den geplanten Konzernumbau wirklich durchziehen will – und was das für die Aktie bedeutet.

Analystendruck und Führungswechsel

Zum Wochenschluss sorgte vor allem eine Kurszielsenkung für zusätzliche Skepsis. Evercore ISI reduzierte sein Ziel für die Aktie von 28 auf 25 US‑Dollar, beließ die Einstufung aber bei „In Line“. Die Experten signalisieren damit: Man rechnet zwar nicht mit einem Absturz, sieht die kurzfristigen Wachstumsaussichten aber spürbar eingetrübt.

Parallel dazu rückte der Führungswechsel in den Fokus. TV-Börsenkommentator Jim Cramer nahm in seiner Sendung „Mad Money“ die Rolle des neuen CEO Steve Cahillane unter die Lupe, der seit dem 1. Januar 2026 offiziell an der Spitze steht. Besonders kritisch beäugt er den bereits angekündigten Plan, Kraft Heinz noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 in zwei eigenständige Gesellschaften aufzuspalten.

Cramer stellte offen infrage, ob Cahillane diese Aufspaltung in der bisherigen Form überhaupt umsetzen will. Ursprünglich sollte das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft vom schneller wachsenden internationalen Markenportfolio getrennt werden. Allein die Möglichkeit, dass der neue Chef diese Weichenstellung überdenkt, erhöht die Unsicherheit – gerade weil die Aktie schon länger hinter dem Sektor zurückbleibt.

Regulierung bremst Konsumwerte

Zusätzlich zum internen Strategieringen bekommt Kraft Heinz Gegenwind von politischer Seite. Neue Ernährungsempfehlungen der Trump-Regierung nehmen insbesondere hochverarbeitete Lebensmittel stärker ins Visier. Laut Marktberichten hat das den gesamten Consumer-Staples-Sektor belastet und eine breitere Verkaufswelle bei Nahrungsmittelwerten ausgelöst.

Kraft-Heinz-Papiere reagierten in der laufenden Woche mit einem Rückgang von rund 1,6 % auf diese Nachrichten. Damit verstärkt sich der Eindruck, dass Investoren regulatorische Risiken nun klarer einpreisen – gerade bei Herstellern, deren Produktportfolios stark von Fertig- und Convenience-Produkten geprägt sind.

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Bewertung, Technik und das „Value Trap“-Risiko

Fundamental wirkt die Aktie auf den ersten Blick günstig. Der Titel wird mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 9,2 gehandelt und liegt damit deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 12,6. Dieser Bewertungsabschlag deutet auf eine mögliche Unterbewertung hin, spiegelt aber gleichzeitig Zweifel des Marktes wider: Ohne klar erkennbare Wachstumstreiber kann ein „billiger“ Kurs auch Ausdruck struktureller Probleme sein.

Genau hier setzt die Sorge vor einer sogenannten Value Trap an – einer Aktie, die dauerhaft günstig bleibt, weil es an organischem Wachstum und überzeugender strategischer Perspektive fehlt. Das geplante „Break-up“-Szenario in eine „Global Taste Elevation Co.“ und eine „North American Grocery Co.“ sollte eigentlich für neue Fantasie sorgen. Die nun aufgekommene Unsicherheit, ob dieser Schritt in der geplanten Form kommt, sorgt jedoch vorerst eher für Zurückhaltung.

Auch technisch ist das Bild angeschlagen. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 23,42 US‑Dollar, nur rund 14 % über dem 52‑Wochentief von 20,54 US‑Dollar und weit unter dem Zwischenhoch von 30,17 US‑Dollar vom Februar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von gut 19 %, während die Aktie in den vergangenen 30 Tagen immerhin um etwa 12,5 % zulegen konnte – eine Erholung, die bislang aber nicht reicht, um den Abwärtstrend nachhaltig zu brechen.

Entscheidende Weichenstellung im Februar

Für die nächsten Wochen zeichnet sich ein klarer Fokus ab. Mit den Zahlen zum vierten Quartal, die im Februar erwartet werden, muss das Management gleich zwei zentrale Punkte adressieren: Erstens die Frage, wie stark die neuen Ernährungsvorgaben tatsächlich auf Absatzvolumen und Margen drücken. Zweitens die künftige Ausrichtung der Konzernstruktur unter Steve Cahillane – inklusive eines klaren Bekenntnisses zur geplanten Aufspaltung oder einer begründeten Alternative.

Solange hier keine eindeutigen Signale kommen, dürfte die Aktie anfällig für weitere Rücksetzer bleiben, zumal der Kurs aktuell nur knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 23 US‑Dollar notiert. Ein überzeugender Ausblick mit belastbaren Aussagen zum Umgang mit den regulatorischen Risiken und zur Konzernstrategie wäre hingegen eine Voraussetzung, um den Bewertungsabschlag zum Sektor zu reduzieren und den Druck von der Aktie zu nehmen.

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