iRobot befindet sich mitten im Insolvenzverfahren, der Aktienhandel ist an die Nebentheke gewandert – und der Kurs ist heute erneut deutlich unter Druck geraten. Hintergrund sind das laufende Chapter-11-Verfahren in den USA und die geplante Übernahme durch den bisherigen Fertigungspartner Picea, nach deren Abschluss die aktuell notierte Aktie vollständig gestrichen werden soll. Für die verbliebenen Anteilseigner wird der Handlungsspielraum damit immer enger.

Wesentliche Punkte im Überblick:

  • Kursrückgang heute: rund –17,6 % auf 0,1565 US‑Dollar
  • Handel nur noch außerbörslich (OTC), Nasdaq-Listing beendet
  • Chapter‑11-Insolvenzverfahren seit Dezember 2025
  • Geplante Übernahme durch Picea, Abschluss bis Februar 2026 angestrebt
  • Aktuelle Stammaktien sollen im Zuge des Verfahrens annulliert werden

Kurssturz nach Delisting und Insolvenz

Die unter dem Ticker IRBTQ außerbörslich gehandelte iRobot-Aktie schloss den Handelstag heute mit einem Minus von 17,63 % bei 0,1565 US‑Dollar. Der starke Rückgang folgt nur wenige Tage auf das offizielle Delisting von der Nasdaq, das am 13. Januar 2026 bekannt gegeben wurde. Dem war eine Handelssuspendierung seit dem 22. Dezember 2025 vorausgegangen.

Die schwache Kursentwicklung steht im direkten Zusammenhang mit dem im Dezember 2025 eingeleiteten Schutzschirmverfahren nach Chapter 11. In diesem Rahmen versucht das Unternehmen, seine Kapitalstruktur neu zu ordnen und sich mit seinen wichtigsten Gläubigern zu einigen.

Übernahme durch Picea und Folgen für Aktionäre

Kern des Restrukturierungsplans ist eine Vereinbarung mit dem besicherten Kreditgeber und Hauptauftragsfertiger Picea. Die mit Picea verbundenen Gesellschaften Shenzhen PICEA Robotics Co., Ltd. und Santrum Hong Kong Co., Limited sollen iRobot übernehmen und von der Börse nehmen. Die Transaktion soll im Rahmen eines gerichtlich überwachten Prozesses bis Februar 2026 abgeschlossen werden.

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Nach Angaben des Unternehmens ist vorgesehen, die derzeit ausgegebenen Stammaktien im Zuge der Transaktion und des Chapter‑11-Prozesses zu annullieren. Für die bestehenden Anteilseigner bedeutet das voraussichtlich einen vollständigen Verlust ihrer Beteiligung.

Hintergründe: Gescheiterter Amazon-Deal und Restrukturierung

Die aktuelle Schieflage ist eng mit dem geplatzten Verkauf an Amazon verbunden. Der US-Konzern hatte im Januar 2024 ein Übernahmeangebot über 1,7 Milliarden US‑Dollar vorgelegt. Das Geschäft wurde jedoch einvernehmlich beendet, nachdem sich abzeichnete, dass die EU-Kommission keine Genehmigung erteilen würde.

Im Anschluss leitete iRobot umfangreiche Sparprogramme und Restrukturierungen ein, darunter deutliche Stellenstreichungen. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die finanzielle Lage nachhaltig zu stabilisieren, sodass Ende 2025 der Schritt in das Chapter‑11-Verfahren folgte.

Zusätzliche Brisanz erhält die aktuelle Übernahmevereinbarung durch die Herkunft des Interessenten: Medienberichten zufolge fordern einige Abgeordnete im US‑Kongress seit Anfang Januar 2026 eine sicherheitspolitische Überprüfung der geplanten Transaktion mit dem chinesisch geprägten Käuferkonsortium. Das könnte den Ablauf weiter verzögern oder zusätzliche Auflagen mit sich bringen, ohne am Kernproblem für Aktionäre – der geplanten Ausbuchung der Aktien – etwas zu ändern.

Ausblick: Ende der Börsennotierung absehbar

Mit dem laufenden Chapter‑11-Verfahren und der angestrebten Übernahme durch Picea ist die Perspektive für die börsennotierten iRobot-Papiere klar begrenzt. Das Unternehmen rechnet damit, die Transaktion bis Februar 2026 abzuschließen und die bestehenden Aktien im Rahmen des Plans zu streichen.

Zwar ist für Februar 2026 noch ein vorläufiger Termin für eine Ergebnisveröffentlichung angesetzt, die wirtschaftliche Relevanz dieser Zahlen für Publikumsaktionäre ist durch die laufende Insolvenz aber gering. Die wenigen verbliebenen Analysten, die den Titel noch beobachten, kommen aktuell zu einem Konsensurteil „Reduce“, was den stark eingeschränkten Anlagecharakter der Aktie im aktuellen Stadium widerspiegelt.

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