Intel bläst zum Angriff auf den Platzhirsch Nvidia. Mit der Verpflichtung eines neuen Chef-Architekten für Grafikchips zielt der Konzern nun direkt auf den lukrativen Data-Center-Markt. Doch während die langfristige Strategie mit neuen Partnerschaften Gestalt annimmt, bremsen akute Lieferengpässe die kurzfristigen Aussichten. Investoren müssen derzeit abwägen: Wie schwer wiegt die schwache Prognose im Vergleich zur neuen KI-Fantasie?

Neuer Fokus auf KI-Infrastruktur

Auf dem Cisco AI Summit am 3. Februar 2026 bestätigte Intel-CEO Lip-Bu Tan eine strategische Neuausrichtung. Der Konzern plant den Bau eigener Grafikprozessoren (GPUs), die speziell für Rechenzentren entwickelt werden – genau jenes Marktsegment, das aktuell von Nvidia dominiert wird.

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Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat Intel Eric Demers, ehemals bei Qualcomm, als neuen Chef-GPU-Architekten an Bord geholt. Tan betonte, es habe einiger Überzeugungskraft bedurft, Demers für diese Aufgabe zu gewinnen. Die neue GPU-Sparte wird direkt an den Leiter für Rechenzentrumschips berichten, was unterstreicht, dass der Fokus klar auf KI-Infrastruktur und nicht auf Grafikkarten für Endverbraucher liegt. Der Konzern arbeitet bereits eng mit Kunden zusammen, um die Spezifikationen für die neuen Chips zu definieren.

Innovationspartnerschaft mit SoftBank

Parallel zur Personaloffensive treibt Intel die Entwicklung neuer Speichertechnologien voran. Eine frisch unterzeichnete Vereinbarung mit der SoftBank-Tochter SAIMEMORY soll die Kommerzialisierung von "Z-Angle Memory" (ZAM) beschleunigen. Diese Technologie verspricht hohe Kapazität bei geringem Stromverbrauch – ein kritischer Faktor für KI-Anwendungen.

Laut Joshua Fryman von Intel reichen Standard-Speicherarchitekturen für die heutigen KI-Bedürfnisse nicht mehr aus. Allerdings ist hier Geduld gefragt: Prototypen werden erst für das Geschäftsjahr 2028 erwartet, die kommerzielle Markteinführung ist für 2029 geplant.

Zahlen überzeugen, Ausblick enttäuscht

Während die langfristigen Weichen gestellt werden, belastet das operative Tagesgeschäft den Aktienkurs, der heute um rund 2,8 % nachgab. Zwar übertraf Intel im vierten Quartal 2025 mit einem Gewinn je Aktie von 0,15 USD die Erwartungen der Analysten (0,08 USD), doch der Ausblick auf das erste Quartal 2026 fiel ernüchternd aus.

Das Management rechnet für das laufende Quartal lediglich mit einem ausgeglichenen Ergebnis (Breakeven) und einem Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden USD. Marktbeobachter hatten hier deutlich mehr erwartet.

Verantwortlich für die Dämpfer sind massive Probleme in der Lieferkette. CFO David Zinsner warnte, dass das verfügbare Angebot im ersten Quartal seinen Tiefpunkt erreichen werde, bevor im zweiten Quartal Besserung in Sicht sei. CEO Tan bezeichnete KI als die "größte Herausforderung" für den Speichermarkt und rechnet in diesem Sektor erst 2028 mit einer wirklichen Entspannung.

Licht und Schatten in der Fertigung

Auch im Foundry-Geschäft (Auftragsfertigung) zeigt sich ein gemischtes Bild. Während das Interesse an der 14A-Fertigungstechnologie hoch ist und mehrere Kunden in intensiven Gesprächen sind, laufen die Prozesse für die kommende 18A-Technologie noch nicht rund. Die Ausbeute (Yields) entspreche zwar den internen Plänen, liege aber laut CEO Tan noch unter seinen persönlichen Ambitionen.

Die Kombination aus langfristiger Vision und kurzfristigen Lieferproblemen prägt das aktuelle Bild. Anleger richten ihren Blick nun auf das zweite Quartal, für das das Management eine Verbesserung der Versorgungslage in Aussicht gestellt hat. Erst dann wird sich zeigen, ob Intel die operative Talsohle durchschritten hat, um sich voll auf den Angriff im GPU-Markt konzentrieren zu können.

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