Intel geht eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Chip-Startup SambaNova ein und beteiligt sich mit 350 Millionen Dollar. Anders als zunächst spekuliert, übernimmt der Chipriese das Unternehmen nicht – sondern schmiedet eine mehrjährige Allianz, die beide Seiten im Wettlauf um KI-Infrastruktur stärken soll. Das Ziel: Nvidias Vormachtstellung in Rechenzentren brechen.

Investition statt Übernahme

Entgegen früheren Berichten, wonach Intel SambaNova für rund 1,6 Milliarden Dollar kaufen wollte, haben sich beide Unternehmen für eine Kooperation entschieden. Intel Capital beteiligt sich an der überzeichneten Series-E-Finanzierungsrunde, die insgesamt mehr als 350 Millionen Dollar einbringt. Federführend sind Vista Equity Partners und Cambium Capital.

Die Partnerschaft sieht vor, dass Intel und SambaNova über mehrere Jahre gemeinsam Rack-Scale-Lösungen für KI-Workloads anbieten – basierend auf Intel-Xeon-Prozessoren und SambaNova-Beschleunigern. Das Herzstück bildet der neue SN50-Chip von SambaNova, der speziell für sogenannte "Agentic AI" entwickelt wurde: KI-Systeme, die eigenständig mehrstufige Aufgaben ausführen können. SambaNova verspricht bis zu fünfmal schnellere Inferenz-Leistung und dreifach niedrigere Gesamtbetriebskosten im Vergleich zu Standard-GPU-Setups. Die Auslieferung an Kunden soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, SoftBank wird das System in seinen japanischen Rechenzentren einsetzen.

Was Intel damit erreichen will

Für Intel bietet die Allianz einen schnellen Zugang zu einer vollständigen KI-Lösung – von Chips über Software bis hin zu einer einsatzbereiten Cloud-Infrastruktur. Was Jahre interner Entwicklung gekostet hätte, kauft sich der Konzern nun über die Partnerschaft ein. Zudem kann Intel seinen Kunden eine Alternative zum GPU-lastigen Standard bieten und profitiert von der wachsenden Nachfrage nach CPU-basierter Rechenleistung, die mit dem Übergang von KI-Modelltraining zu produktiver Inferenz einhergeht.

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Intel-CEO Lip-Bu Tan ist seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender von SambaNova und war früher finanziell beteiligt. An den aktuellen Verhandlungen nahm er laut Unternehmensangaben nicht teil.

Parallel zum SambaNova-Deal gibt es personelle Veränderungen: Der Leiter von Intel Foundry Services verlässt das Unternehmen in Richtung Qualcomm. Analysten sehen das als Unsicherheitsfaktor für die Auftragsfertigung, während die Kooperation mit SambaNova als risikoarm gilt.

Aktie profitiert von KI-Fantasie

Die Intel-Aktie notiert aktuell bei 37,84 Euro und hat sich binnen Jahresfrist um 74,5 Prozent verteuert. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12,6 Prozent zu Buche. Die Rallye wird von der Hoffnung getragen, dass Intel im Zuge des Booms bei Agentic AI wieder an Boden gewinnt. Das Rechenzentrumsgeschäft verbuchte 2025 Umsätze von 16,9 Milliarden Dollar, und der im Januar vorgestellte 18A-Chip Panther Lake für Laptops wird bereits ausgeliefert.

Der SambaNova-Deal unterstreicht Intels Ambitionen, sich als Gegengewicht zu Nvidia zu etablieren – nicht mehr nur mit eigenen Chips, sondern als Orchestrator eines breiteren KI-Ökosystems. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Strategie aufgeht und die hohen Investitionen sich in nachhaltigem Wachstum niederschlagen.

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