Xiaomi Aktie: Indien-Belastung wächst
Während Xiaomi auf dem Mobile World Congress in Barcelona seine bislang größte internationale Produktoffensive zelebriert, droht in Indien eine juristische Niederlage mit Milliardenfolgen. Der Steuerstreit um angeblich hinterzogene Zölle könnte zum Präzedenzfall werden – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern im Kerngeschäft ohnehin unter Druck steht.
Steuerstreit mit existenzieller Dimension
Im November entschied ein indisches Steuertribunal gegen Xiaomi: Das Unternehmen soll über mindestens drei Jahre bis 2020 Importwerte zu niedrig angesetzt haben, indem es Lizenzgebühren an ausländische Firmen wie Qualcomm nicht in die Zollbemessungsgrundlage einbezog. Die zunächst festgesetzte Nachforderung von 72 Millionen US-Dollar könnte sich gemäß indischem Recht auf über 150 Millionen US-Dollar verdoppeln, sollte Xiaomi den Rechtsstreit verlieren.
Das Problem: Im Geschäftsjahr 2023/2024 erwirtschaftete Xiaomi India lediglich 31,7 Millionen US-Dollar Gewinn. Eine solche Steuerlast würde die Profitabilität der gesamten Ländergesellschaft fundamental in Frage stellen.
Erschwerend kommt hinzu, dass bereits 610 Millionen US-Dollar an Bankguthaben von Xiaomi India seit 2022 eingefroren sind – wegen Vorwürfen illegaler Überweisungen, die das Unternehmen bestreitet.
Marktanteil in Indien dramatisch geschrumpft
Die regulatorischen Turbulenzen hinterlassen Spuren: Laut Counterpoint Research ist Xiaomis Marktanteil im indischen Smartphone-Markt von 31 Prozent Anfang 2018 auf zuletzt 12 Prozent im Dezember eingebrochen. Der anstehende Launch der Xiaomi-17-Serie am 11. März könnte zwar kurzfristig Impulse setzen, doch die rechtliche Unsicherheit dürfte potenzielle Käufer und Handelspartner gleichermaßen verunsichern.
Steuerrechtsanwälte bezeichnen den Fall als Testfall mit Signalwirkung. Ein Urteil zugunsten der indischen Behörden könnte die Prüfung von Lizenzvereinbarungen bei importierenden Unternehmen in Branchen wie Pharma, Automobil und Fertigung verschärfen.
Smartphone-Geschäft global unter Druck
Auch abseits Indiens zeigen sich Belastungen: Im vierten Quartal 2025 rutschte Xiaomi global auf Platz drei ab. Die Auslieferungen sanken um 11,4 Prozent auf rund 37,8 Millionen Einheiten, der Marktanteil fiel auf etwa 11 Prozent. IDC prognostiziert für 2026 zudem einen Marktrückgang um 12,9 Prozent infolge des Chip-Engpasses – eine besondere Herausforderung für Xiaomi, dessen Volumen primär aus dem preissensiblen Mittelklassesegment stammt.
Die auf dem MWC 2026 präsentierte Premium-Offensive mit dem Xiaomi 17 Ultra (ab 1.499 Euro) und der Leica-Leitzphone-Edition (1.999 Euro) zielt zwar auf höherpreisige Segmente ab. Ob diese Geräte jedoch Volumenverluste im Kerngeschäft kompensieren können, bleibt fraglich.
EV-Sparte liefert Lichtblick
Positiv entwickelt sich das Elektrofahrzeugsegment: Die EV-Sparte meldete im dritten Quartal 2025 ihren ersten operativen Gewinn von 700 Millionen Yuan und lieferte im Gesamtjahr über 410.000 Fahrzeuge aus. Für 2026 peilt Xiaomi 550.000 Einheiten an.
Aktienrückkäufe als Reaktion
Ende Februar startete das Management ein umfangreiches Rückkaufprogramm. Am 24. und 25. Februar erwarb Xiaomi jeweils 2,8 Millionen Class-B-Aktien für insgesamt 200 Millionen Hongkong-Dollar. Die Maßnahme reiht sich in eine Serie von Rückkäufen ein und signalisiert das Bestreben, den Kurs zu stabilisieren.
Am 24. März folgen die konsolidierten Jahresergebnisse für 2025. Der Vorstand wird zudem über eine mögliche Erstdividende entscheiden – abhängig von der finanziellen Performance. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Xiaomi die rechtlichen Risiken in Indien eindämmen und die Premium-Offensive erfolgreich umsetzen kann.
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