Intel startet ins Börsenjahr 2026 mit einem Spannungsfeld aus starken Kursgewinnen im vergangenen Jahr, technischen Fragezeichen und einem prominenten neuen Großinvestor. Nach einer Kursverdopplung 2025 ist die Euphorie zunächst verflogen. Im Mittelpunkt stehen nun vor allem Verzögerungen bei einem zentralen US-Fab-Projekt und Unsicherheit rund um Intels modernsten Fertigungsprozess.

Jahresende mit Dämpfer

Im letzten Handelstag 2025 rutschte die Aktie leicht ins Minus und schloss zur Jahresbilanz bei 36,90 US‑Dollar. Nach zwölf Monaten mit einem Plus von rund 87 % wirkt dieser Rücksetzer eher wie eine kurze Verschnaufpause – dennoch zeigen die Daten eine erhöhte Nervosität: Der Kurs notiert nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber mehr als doppelt so hoch wie das Jahrestief. Die starke Rally des vergangenen Jahres setzt die Erwartungen für 2026 spürbar nach oben.

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Apple stuft Intel-Geräte ab

Für Druck auf die Stimmung sorgte eine Nachricht von Apple. Mehrere Geräte mit Intel-Chips – darunter ältere MacBook-Air-Modelle und das iPhone 11 Pro – wurden offiziell in die Kategorien „Vintage“ bzw. „obsolet“ eingestuft. Praktisch betrifft das vor allem Reparatur- und Support-Fristen. Psychologisch wirkt der Schritt jedoch weit stärker: An der Börse wurde er als sichtbares Zeichen interpretiert, wie stark Intels Rolle im Consumer-Gerätegeschäft geschrumpft ist.

Die Folge: Am Mittwochnachmittag kam es zu moderaten Abgaben, die den Kurs ins Minus drehten. Der Schritt von Apple ändert zwar nichts an Intels aktueller Technologie-Roadmap, erinnert Investoren aber daran, dass ein wichtiger früherer Absatzkanal im PC- und Mac-Segment weitgehend verloren ist.

Ohio One: Verzögerte Comeback-Story

Deutlich schwerer wiegen die neuen Informationen zum US-Großprojekt „Ohio One“. Der ursprünglich deutlich früher geplante Starttermin für die riesige Chipfabrik wurde nun auf 2031 verschoben. Das Projekt gilt als zentraler Baustein von Intels Strategie, sich als große Foundry-Alternative in den USA zu etablieren.

Die mehrfachen Verzögerungen und der Abgang von sechs Projektleitern haben das Vertrauen in die Umsetzung spürbar belastet. Für Analysten ist klar: Wenn ein Kernprojekt des langfristigen Wachstumsplans nach hinten rutscht, verschiebt sich auch ein Teil der erwarteten Umsatz- und Ergebnisbeiträge. Entsprechend werden die mittelfristigen Wachstumsprognosen vorsichtiger bewertet.

Nvidia steigt ein – und bremst zugleich

Auf der positiven Seite steht der Einstieg eines der wichtigsten Player der Branche: Am 30. Dezember wurde bestätigt, dass Nvidia im Rahmen einer Privatplatzierung 5 Milliarden US‑Dollar in Intel investiert hat. Nvidia erwarb rund 214,8 Millionen Aktien zu 23,28 US‑Dollar je Anteil und hält damit etwa 4,4 % an Intel. Das ist ein starkes Signal finanzieller Unterstützung – gerade vor dem Hintergrund von Intels kapitalintensiver Foundry-Offensive.

Doch parallel dazu kommen technische Zweifel auf:

  • Nvidia hat Tests auf Intels fortgeschrittener 18A-Fertigungstechnologie vorerst pausiert.
  • Intel betont zwar, der Technologiefahrplan liege im Plan, doch die Testpause deutet darauf hin, dass die Ausbeute („Yield“) und die Prozessstabilität für Nvidias anspruchsvolle KI-Beschleuniger noch nicht ausreichend sind.
  • Für den Markt ergeben sich damit widersprüchliche Signale: Einerseits frisches Kapital und ein namhafter Partner, andererseits Zurückhaltung bei genau der Technologie, die Intel wieder in die Spitzengruppe der Auftragsfertiger bringen soll.

Unterm Strich wird die 5‑Milliarden-Investition derzeit eher als finanzielles Polster interpretiert denn als sofortiger Kurstreiber. Der Einstieg verschafft Intel zusätzliche Ressourcen, um seine Foundry-Pläne voranzutreiben, löst aber die operativen Risiken nicht.

Ausblick auf die erste Handelswoche 2026

Zum Jahresstart bleibt der Kurs mit 36,90 US‑Dollar nur knapp unter seinem Rekordniveau, gleichzeitig aber weit von den Tiefstständen des Frühjahrs entfernt. Entscheidend in den kommenden Wochen wird sein, ob Intel den Status der 18A-Tests konkretisieren und Fortschritte belegen kann. Gelingt es dem Unternehmen, Zweifel an Yield und Zeitplan zu entschärfen, könnte Nvidias Einstieg vom Stabilisator zum echten Katalysator werden; bleiben die Signale dagegen gemischt, dürften die Verzögerungen in Ohio und die skeptische Marktstimmung das Bild prägen.

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