Der Halbleiterkonzern steht nach einer eindrucksvollen Kursrally im Zentrum der Aufmerksamkeit. Getrieben von starken Signalen aus der Branche und Rückenwind durch den KI-Investitionszyklus hat die Infineon Aktie ein neues Hoch erreicht – kurz vor wichtigen Quartalszahlen. Entscheidend wird nun, ob das Unternehmen die hohen Erwartungen untermauern kann.

Branchendaten treiben Fantasie

Auslöser der jüngsten Stärke sind positive Nachrichten von zentralen Akteuren der Halbleiterindustrie. Der niederländische Ausrüster ASML meldete einen überraschend hohen Auftragseingang, deutlich über den Markterwartungen. Das gilt als klarer Hinweis, dass der Investitionszyklus für Künstliche Intelligenz und Rechenzentren ungebrochen ist.

Zusätzlich sorgte Texas Instruments mit einem robusten Ausblick für Erleichterung. Die zuvor verbreiteten Sorgen um eine Schwäche im Automobil- und Industriesektor wurden damit spürbar gedämpft. Als bedeutender Anbieter von Leistungshalbleitern für Automobilindustrie, Industrieanwendungen und KI-nahe Stromversorgung profitiert Infineon überproportional von dieser Stimmungsaufhellung.

Der Markt spielt damit zunehmend das Szenario, dass die Talsohle im aktuellen Halbleiterzyklus durchschritten ist und sich die Nachfrage in zentralen Wachstumsfeldern verstetigt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Infineon?

  • Neuer Höchststand: Gestern Schlusskurs bei 43,42 Euro, zugleich neues 52‑Wochen-Hoch
  • Starke Performance: Rund 15 % Plus in 30 Tagen, gut 33 % auf 12‑Monats-Sicht
  • KI- und Auto-Fokus: Erwartete Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI und E-Mobilität stützt die Story
  • Technischer Rückenwind: Deutlich über 50‑, 100‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, Aufwärtstrend intakt
  • Hohe Schwankungen: 30‑Tage-Volatilität annualisiert bei über 67 %

Analysten schrauben Kursziele nach oben

Die positive Kursentwicklung bleibt auch auf Analystenseite nicht ohne Folgen. Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel von 48 auf 52 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ bestätigt. Vom gestrigen Schlusskurs bei 43,42 Euro aus gesehen unterstellt diese Einschätzung weiteres Potenzial.

Jefferies verweist insbesondere auf die starke Positionierung in den Segmenten Automotive und KI-Stromversorgung. Diese Bereiche gelten als zentrale Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Auch UBS bleibt konstruktiv und bestätigt ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 44 Euro. Die Spannbreite der Ziele signalisiert, dass der Markt die Bewertung des Titels gerade neu austariert.

Charttechnik: Trend stark, Luft dünner

Aus technischer Sicht hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Die Aktie notiert mit 43,42 Euro exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch und liegt klar über allen relevanten gleitenden Durchschnitten: rund 11 % über dem 50‑Tage-Linie (39,00 Euro) und gut 21 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt (35,67 Euro).

Damit ist der Aufwärtstrend eindeutig, gleichzeitig zeigt der große Abstand zu den Durchschnitten eine ambitionierte Ausgangslage. Der RSI mit 46,3 signalisiert allerdings keine akute Überkauft-Situation, sondern eher eine Zwischenphase nach der Rally. Kurzfristige Rücksetzer würden deshalb eher in das Bild einer Konsolidierung passen, solange der Kurs oberhalb der zuletzt überwundenen Zonen bleibt.

Blick auf den 4. Februar

Am kommenden Dienstag, den 4. Februar 2026, legt Infineon die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Im Fokus stehen:

  • die Entwicklung der Auftragseingänge, insbesondere im Vergleich zu den starken ASML-Daten
  • die Margen in den Bereichen Automotive und Industrie
  • der Ausblick auf das Gesamtjahr, vor allem mit Blick auf KI-getriebene Investitionen

Bestätigt oder übertrifft das Management die aktuellen Erwartungen, könnte dies den bestehenden Aufwärtstrend untermauern und neue Kursziele der Optimisten rechtfertigen. Fallen die Zahlen oder der Ausblick dagegen spürbar schwächer aus, wäre nach der deutlichen Vorleistung im Kurs eine merkliche Gegenbewegung ein plausibles Szenario.

Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 29. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Infineon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...