Kurz vor den neuen Quartalszahlen sammelt sich bei Infineon einiges an Unterstützung: Mehrere Großbanken bestätigen oder erhöhen ihre Kursziele, während die Politik mit neuen Fördergeldern für Elektroautos zusätzliche Nachfrage im Kerngeschäft anstoßen könnte. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob sich der Halbleiterzyklus und das Wachstum in Zukunftsmärkten wie KI und Elektromobilität bereits spürbar in den kommenden Zahlen widerspiegeln werden.

Analysten bleiben zuversichtlich

Zum Wochenstart hat die UBS ihre Kaufempfehlung für Infineon bestätigt und das Kursziel bei 44 Euro belassen. Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht Anzeichen für eine zyklische Trendwende im Halbleitersektor. Auffällig: Er wertet steigende Lagerbestände in der Branche nicht als Warnsignal, sondern als Indikator für eine bevorstehende Nachfrageerholung. Aus Sicht der UBS bilden die aktuellen Bewertungen die positiven Preistrends im Halbleitermarkt noch nicht vollständig ab.

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Morgan Stanley legte am 26. Januar 2026 nach und hob sein Kursziel leicht auf 45 Euro an. Zuvor hatte Berenberg bereits stärker vorgelegt und die Zielmarke von 41 auf 48 Euro angehoben. Damit liegt die Spanne der jüngsten Kursziele klar über dem aktuellen Kursniveau.

Die Aktie schloss gestern bei 41,85 Euro und bewegt sich damit nur rund 1,7 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 42,59 Euro. Seit Jahresanfang ergibt sich ein Plus von gut 9 %, auf Zwölfmonatssicht steht ein Zuwachs von rund 25 % zu Buche.

KI und E-Mobilität als Wachstumstreiber

Operativ rückt vor allem das Geschäft rund um Künstliche Intelligenz in den Vordergrund. Infineon will die Umsätze mit KI-bezogenen Produkten im laufenden Geschäftsjahr auf etwa 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. Dabei geht es insbesondere um Lösungen für die Stromversorgung von Rechenzentren, die für den Betrieb leistungsstarker KI-Chips unverzichtbar sind.

Parallel dazu könnte der Automotive-Bereich neue Impulse erhalten. Die Bundesregierung plant ab 2026 ein neues Programm zur Förderung von Elektrofahrzeugen mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden Euro bis 2029. Als wichtiger Anbieter von Leistungselektronik und Siliziumkarbid-Chips (SiC) für E-Autos und Ladeinfrastruktur dürfte Infineon direkt von einem anziehenden Absatz in diesem Segment profitieren, sofern die Programme wie angekündigt anlaufen.

Ein Blick auf die technischen Kennzahlen unterstreicht das aktuell freundliche Umfeld: Der Kurs liegt mit rund 8 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und knapp 18 % über der 200‑Tage-Linie. Der 14‑Tage-RSI von 46,3 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mehrere Großbanken bestätigen oder erhöhen ihre Kursziele (UBS 44 €, Morgan Stanley 45 €, Berenberg 48 €)
  • Erwartete Trendwende im Halbleiterzyklus laut UBS-Analyse
  • Geplante Verdopplung der KI-Umsätze auf ca. 1,5 Mrd. € im laufenden Geschäftsjahr
  • Neues deutsches EV-Förderprogramm (3,5 Mrd. € bis 2029) als potenzieller Nachfrageimpuls
  • Kurs nahe 52‑Wochen-Hoch, deutlicher Abstand zu langfristigen Durchschnitten

Blick auf den 4. Februar

Am 4. Februar 2026 legt Infineon die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vor. Im Fokus stehen dabei vor allem:

  • die Margenentwicklung,
  • der Auftragseingang im Automotive-Segment,
  • sowie erste Signale, ob die erwartete zyklische Erholung im Halbleitermarkt tatsächlich einsetzt.

Parallel dazu dürfte der Markt genau hinschauen, ob das angestrebte Wachstum im KI-Umfeld und die Perspektiven im E-Mobilitätsgeschäft sich bereits in den Ausführungen des Managements niederschlagen. Gelingt es, die optimistischen Analysteneinschätzungen mit belastbaren Zahlen und einem überzeugenden Ausblick zu untermauern, könnte der enge Abstand zum bisherigen Jahreshoch rasch erneut getestet werden.

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