Diginex Aktie: Führungsschock
Ein überraschender Führungswechsel hat die Diginex Aktie in kurzer Zeit stark belastet. Nach der Ernennung von Lubomila Jordanova zur neuen CEO rutschte der Kurs zweistellig ab, begleitet von einem ungewöhnlich hohen Handelsvolumen. Im Hintergrund läuft zugleich eine ambitionierte Wachstumsstrategie im globalen Sustainability-Tech-Markt.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Neuer CEO: Lubomila Jordanova übernimmt mit sofortiger Wirkung
- Abgang: Vorgänger Mark Blick wechselt in eine beratende Rolle
- Kursreaktion: Minus 15,1 % am Tag der Veröffentlichung, hoher Umsatz
- Performance: Über 70 % Kursverlust seit Jahresbeginn
- Strategie: Ausbau zur Top-5-Plattform im Sustainability-Tech-Markt
- Expansion: Joint Venture in Brasilien mit Fokus auf ESG-Reporting
Führungswechsel nach Wachstumsphase
Diginex hat am 28. Januar die Ernennung von Lubomila Jordanova zur neuen Vorstandsvorsitzenden bekanntgegeben. Die Gründerin der kürzlich übernommenen Plan A.earth GmbH übernimmt die Leitung des Unternehmens mit sofortiger Wirkung. Der bisherige CEO Mark Blick wechselt in eine beratende Funktion.
Blick hatte Diginex durch den Nasdaq-Börsengang im Januar 2025 geführt und ein Umsatzwachstum von 293 Prozent verantwortet. Unter seiner Führung setzte das Unternehmen mehrere strategische Übernahmen um, darunter:
- Plan A (Carbon-Accounting-Plattform)
- The Remedy Project (Beratung zu Menschenrechten in Lieferketten)
- Matter (ESG-Datenanbieter, inzwischen von Nasdaq übernommen)
- Findings (Plattform für Supply-Chain-Risiken)
Mit dem Wechsel an der Spitze endet damit eine Phase, die klar auf Expansion und Zukäufe ausgerichtet war.
Markt reagiert mit starkem Abverkauf
Die Personalie löste unmittelbar deutliche Verkäufe aus. Am Tag der Bekanntgabe brach der Kurs um 15,1 Prozent ein. Die Aktie schloss bei 1,20 US-Dollar, nach einem Tageshoch von 1,37 US-Dollar.
Mit über 4,8 Millionen gehandelten Aktien lag das Volumen klar über dem Durchschnitt und unterstreicht die Nervosität im Markt. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits mehr als 70 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 40 US-Dollar ist die Aktie damit weit entfernt.
Der starke Rückgang signalisiert, dass Investoren den Führungswechsel zunächst als Unsicherheitsfaktor werten, auch wenn das Unternehmen strategisch im ESG-Softwaresegment positioniert bleibt.
Strategische Einordnung und Profil der neuen CEO
Chairman Miles Pelham sprach mit Blick auf den Wechsel von einem „aufregenden neuen Kapitel“. Die Berufung Jordanovas ordnet er in das Ziel ein, Diginex zu einer der fünf führenden Plattformen im globalen Sustainability-Tech-Markt zu entwickeln. Dieses Segment wird für das Jahr 2030 auf ein Volumen von 80 bis 100 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Jordanova bringt einen klaren Schwerpunkt in den Bereichen Carbon Accounting, Dekarbonisierungsstrategien und EU-Nachhaltigkeitsregulierung ein. Zu ihren Auszeichnungen zählen unter anderem:
- Obama Europe Leader
- MIT Innovator Under 35 Europe
- Forbes 30 Under 30
- Top 50 Women Entrepreneurs Germany (Handelsblatt)
Mit Plan A baute sie eine Carbon-Accounting-Plattform auf, die namhafte Kunden wie BMW und Chloé betreut. Damit verstärkt Diginex die inhaltliche Expertise im Kernbereich Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten.
Brasilien-Joint-Venture als Wachstumstreiber
Kurz vor dem CEO-Wechsel unterzeichnete Diginex ein Joint-Venture-Rahmenabkommen mit BGlobal und dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Ziel ist der Aufbau einer digitalen Infrastruktur für ESG-Reporting und Dekarbonisierung in einer der wichtigsten Agrarregionen weltweit.
Im ersten Schritt liegt der Fokus auf dem Rindfleischsektor, mit der Option, das Modell später auf weitere Branchen auszuweiten. Zentrale Bausteine sind ein „Digital Green Passport“ für den Exportmarktzugang sowie MRV-fähige (Monitoring, Reporting, Verification) Daten für Kohlenstoff- und naturbasierte Initiativen.
Das Projekt passt zur Plattformstrategie von Diginex, die auf skalierbare ESG-Lösungen über verschiedene Wertschöpfungsketten hinweg zielt.
Charttechnik: Vertrauenskrise bleibt bestehen
Mit dem Schlusskurs von 1,20 US-Dollar notiert die Aktie nahe dem unteren Ende der jüngsten Handelsspanne. Der massive Kursverfall der vergangenen Monate zeigt, dass die Skepsis der Anleger trotz strategischer Projekte und Marktpotenzial anhält.
Kurzfristig dürfte entscheidend sein, ob es der neuen Führung gelingt, die Wachstumsstory mit konkreten Ergebnissen in Umsatz und Plattformnutzung zu unterlegen. Insbesondere Fortschritte bei der Integration der Übernahmen sowie beim Brasilien-Joint-Venture werden dabei zum Gradmesser für eine mögliche Stabilisierung des Kurses.
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