Der Münchner Halbleiterkonzern klettert von Rekord zu Rekord – und legt gleichzeitig einen außergewöhnlichen Investitionsplan vor. Während die Aktie auf ein 10-Jahres-Hoch steigt, pumpt Infineon 2,7 Milliarden Euro in neue Kapazitäten für KI-Rechenzentren. Der Konzern setzt damit auf einen Megatrend, der das Geschäft nachhaltig verändern könnte.

Kapazitätsausbau für die KI-Ära

Infineon erhöht sein Investitionsbudget für 2026 von ursprünglich 2,2 auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das Geld fließt primär in Fertigungskapazitäten für Stromversorgungslösungen, die in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Im Sommer 2026 soll zudem die neue Smart Power Fab in Dresden eröffnen – eine der modernsten Halbleiterfabriken Europas.

Zur Finanzierung platzierte der Konzern Anfang Februar Anleihen über 2 Milliarden Euro. Ein Teil davon dient der Übernahme des Analog- und Mixed-Signal-Sensorportfolios von ams OSRAM für 570 Millionen Euro. Der Deal soll im zweiten Kalenderquartal abgeschlossen werden und bereits im laufenden Jahr rund 230 Millionen Euro Umsatz beisteuern.

Starke Q1-Zahlen und BMW-Kooperation

Operativ legte Infineon im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 solide Zahlen vor: 3,66 Milliarden Euro Umsatz bedeuteten ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr und lagen über den eigenen Prognosen. Die Segmentmarge erreichte 17,9 Prozent. Für das zweite Quartal stellte das Management rund 3,8 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht.

Parallel dazu sicherte sich der Konzern strategische Partnerschaften. Mit BMW vereinbarte Infineon die Lieferung zentraler Halbleiterkomponenten für die neue Fahrzeugplattform „Neue Klasse". Die zonale Architektur soll die Kabellänge um 600 Meter und die Kabelbaumasse um 30 Prozent reduzieren.

Aktienrückkauf und Führungskontinuität

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Anfang Januar beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats, bis zu 4 Millionen eigene Aktien im Wert von maximal 200 Millionen Euro zurückzukaufen. Das Programm läuft seit dem 23. Februar über den Xetra-Handel und dient ausschließlich der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter.

Der Aufsichtsrat kündigte zudem an, die Verträge von CEO Jochen Hanebeck und CFO Sven Schneider vorzeitig bis März beziehungsweise April 2032 zu verlängern. Die formale Beschlussfassung folgt im Mai. Die Hauptversammlung hatte zuvor eine Dividende von 0,35 Euro je Aktie mit 99,97 Prozent Zustimmung beschlossen.

Robotik und Sensorgeschäft im Fokus

Mit der Übernahme des Sensorportfolios von ams OSRAM stärkt Infineon seine Position in Automotive- und Industriemärkten und erschließt gleichzeitig medizinische Anwendungen. Die Yole Group schätzt den Markt für humanoide Roboter – ein künftiger Abnehmer solcher Sensoren – bis 2030 auf 6 Milliarden US-Dollar.

Auf der embedded world 2026 in Nürnberg will Infineon demonstrieren, wie seine Mikrocontroller deterministisches Echtzeit-Processing und adaptive Steuerung für Robotik-Anwendungen ermöglichen. Die Messe findet vom 10. bis 12. März statt.

Die Aktie notiert aktuell knapp unter ihrem Rekordhoch von 47,02 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 19 Prozent zugelegt. Am 6. Mai folgen die Zahlen für das zweite Quartal – dann dürften auch erste Details zur Integration der ams-OSRAM-Übernahme vorliegen.

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