IBM setzt heute gleich zwei strategische Akzente: Mit „Sovereign Core“ zielt der Konzern auf das stark wachsende Feld digitaler Souveränität, zudem kommt die geplante Übernahme von Confluent bei den US-Wettbewerbshütern voran. Entscheidend wird nun, ob die kommenden Zahlen die hohe Erwartungshaltung am Markt untermauern können.

Neuer Baustein für digitale Souveränität

Am Vormittag US-Zeit hat IBM die Einführung von IBM Sovereign Core angekündigt, einer KI-fähigen Softwareplattform für Regierungen und regulierte Branchen.

Kernpunkte der Lösung:
- Bereitstellung und Steuerung von KI- und Cloud-Workloads innerhalb einer einzelnen Rechtsordnung
- Fokus auf strikte Anforderungen an Datenresidenz und operative Kontrolle
- Technische Basis: Open-Source-Technologie der IBM-Tochter Red Hat
- Technische Vorschau ab Februar, breite Verfügbarkeit bis Mitte 2026 geplant

IBM adressiert damit einen Markt, der laut Branchenprognosen deutlich wachsen soll: Bis 2030 dürften mehr als 75 % der Unternehmen Strategien zur digitalen Souveränität implementieren. Sovereign Core soll diese Nachfrage bündeln und insbesondere im öffentlichen Sektor sowie in stark regulierten Industrien neue Projekte ermöglichen.

Confluent-Übernahme nimmt Hürde

Parallel zu der Produkteinführung meldete IBM Fortschritte bei der geplanten Übernahme des Data-Streaming-Spezialisten Confluent. Die Transaktion hat eine entscheidende kartellrechtliche Hürde in den USA genommen.

Damit sinkt das regulatorische Ausführungsrisiko deutlich. Der Abschluss des Deals wird bis Mitte 2026 erwartet. Strategisch gilt Confluent als wichtiger Baustein, um IBMs Fähigkeiten im Bereich Hybrid Cloud und Datenverarbeitung auszubauen. Zusammen mit Sovereign Core entsteht ein enger Schulterschluss aus Daten-Streaming, Cloud-Infrastruktur und souveränen KI-Anwendungen.

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Marktumfeld und Analysteneinschätzungen

Die Doppel-News treffen auf einen freundlichen Kursverlauf: Die IBM-Aktie bewegt sich heute in der Spanne von 309 bis 312 US-Dollar und damit nahe dem 52‑Wochen-Hoch. Der Markt honoriert seit einiger Zeit den stärkeren Fokus des Konzerns auf margenstärkere Software- und KI-Bereiche und die schrittweise Abkehr von älteren Infrastrukturumsätzen.

Die Analystenseite bleibt überwiegend positiv gestimmt und untermauert die aktuelle Bewertung mit konkreten Annahmen:

  • Goldman Sachs bestätigte zu Wochenbeginn das „Buy“‑Rating und ein Kursziel von 350 US‑Dollar.
  • Erwartet wird ein leichter Anstieg des organischen Umsatzwachstums im Jahr 2026.
  • Die Prognose für den Gewinn je Aktie 2026 wurde auf 11,50 US‑Dollar angehoben.
  • Begründung: IBM soll von der wachsenden Unternehmensnachfrage nach KI-Lösungen profitieren, trotz insgesamt schwierigem makroökonomischem Umfeld.

  • Bank of America erhöhte jüngst ihr Kursziel auf 335 US‑Dollar und stützt damit das positive Bild einer softwaregetriebenen Transformation.

Die Kombination aus soliden Kurszielen, angehobenen Gewinnerwartungen und der strategischen Neuausrichtung in Richtung KI und Hybrid Cloud sorgt damit für Rückenwind.

Ausblick: Zahlen als Belastungsprobe

Der Blick richtet sich nun auf den nächsten klaren Termin: IBM wird die Zahlen für das vierte Quartal 2025 am kommenden Mittwoch um 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit vorlegen.

Im Fokus steht dabei:
- Ob das KI-Geschäft, dessen Auftragsbestand im dritten Quartal im Jahresvergleich nahezu doppelt so hoch lag, bereits sichtbar in ein höheres Umsatzwachstum übergeht.
- Inwieweit die starken Erwartungen der Analysten – insbesondere beim Gewinn je Aktie 2026 – bestätigt oder angepasst werden müssen.
- Wie IBM die Verzahnung von Sovereign Core, dem Hybrid-Cloud-Geschäft und der geplanten Confluent-Integration strategisch einordnet.

Mit dem Fortschritt beim Confluent-Deal und der Einführung von Sovereign Core ist das Setup für die Aktie klar chancenorientiert, solange die anstehenden Quartalszahlen die aktuell eingepreisten Bewertungsmultiplikatoren tragen können.

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