Hensoldt Aktie: Schwierige Operationslage?
Die Hensoldt-Aktie erlebt einen spektakulären Jahresauftakt und wird derzeit von neuen geopolitischen Spannungen um Grönland beflügelt. Doch mitten in die Euphorie platzt eine deutliche Warnung: Das Analysehaus mwb research hält den Anstieg für fundamental kaum gerechtfertigt und rät zum Verkauf. Das Bewertungsniveau des Rüstungselektronik-Spezialisten hat sich mittlerweile weit von den Kurszielen einiger Experten entfernt.
- Performance seit Jahresanfang: +13,68 %
- Performance 12 Monate: +137,81 %
- Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt: +14,58 %
Grönland-Konflikt treibt den Sektor
Der Haupttreiber für den jüngsten Kursanstieg ist weniger die operative Entwicklung als vielmehr die politische Großwetterlage. Nachdem Donald Trump erneut die Möglichkeit einer Annexion Grönlands durch die USA ins Spiel brachte, reagierte Dänemark umgehend mit einem massiven Aufrüstungsprogramm. Geplant sind zusätzliche Verteidigungsausgaben in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar für die Arktis-Region sowie weitere 4,5 Milliarden US-Dollar für die Beschaffung von F-35-Kampfjets.
Diese Ankündigungen, gepaart mit der Einrichtung eines neuen Arktis-Kommandos in Nuuk, haben eine generelle Kaufwelle bei europäischen Verteidigungsaktien ausgelöst. Hensoldt profitiert hierbei als Anbieter von Sensorlösungen und Radarwarnsystemen von der sogenannten Branchenfantasie, da Investoren auf Folgeaufträge spekulieren.
Analysten sehen "Verkaufen"-Signal
Trotz der positiven Stimmung am Markt warnt mwb research vor einer Überhitzung. Die Analysten stuften den Titel am 6. Januar von "Halten" auf "Verkaufen" herab und belassen das Kursziel bei 65 Euro. Mit einem aktuellen Kurs von 86,85 Euro notiert die Aktie damit mehr als 30 Prozent über dem fairen Wert, den das Analysehaus errechnet hat.
Die Begründung für die Skepsis ist deutlich: Der Markt vermische verschiedene geopolitische Risiken. Hensoldt verfüge über keinerlei geschäftliches Engagement in Venezuela, dessen aktuelle Krise ebenfalls die Kurse treibt, und sei auch nur indirekt von den Spannungen im Nahen Osten betroffen. Die Experten argumentieren, dass der makroökonomische Rückenwind zwar real sei, die aktuelle Bewertung jedoch den steigenden Wettbewerbsdruck in den Kernbereichen Sensoren und Software Defined Defence ignoriere.
Sportliche Bewertung
Ein Blick auf die Fundamentaldaten unterstreicht die Bedenken der Analysten. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 57,2 für das Jahr 2026 ist die Aktie historisch hoch bewertet. Auch charttechnisch mahnt die Lage zur Vorsicht: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 68,2 nur knapp unter der Schwelle zum überkauften Bereich.
Das durchschnittliche Kursziel der von Banken befragten Analysten liegt bei 91,62 Euro, was beim aktuellen Niveau kaum noch Aufwärtspotenzial bietet. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die politische Fantasie ausreicht, um diese Bewertung dauerhaft zu stützen.
Klarheit über die operative Realität erhalten Anleger am 26. Februar 2026. An diesem Datum präsentiert Hensoldt die vorläufigen Jahreszahlen für 2025, die zeigen werden, ob die Gewinne mit der Kursrallye Schritt halten können.
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