Heidelberger Druckmaschinen wächst im Kerngeschäft und drängt mit einem neuen Joint Venture in den lukrativen Markt für Drohnenabwehr. Eigentlich ein Szenario, das Investoren honorieren sollten. Stattdessen hat das Papier seit Jahresbeginn rund 30 Prozent an Wert eingebüßt und notiert aktuell bei 1,41 Euro. Eine Gemengelage aus schwächelnden Auftragseingängen und der Krise eines wichtigen Partners überschattet die strategischen Fortschritte des Technologiekonzerns.

Solide Margen, schrumpfende Aufträge

Die operativen Kennziffern der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 zeichnen ein robustes Bild. Der Umsatz kletterte trotz negativer Währungseffekte um rund sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, während sich die bereinigte EBITDA-Marge von 5,7 auf 7,1 Prozent verbesserte. Im dritten Quartal übertraf das Unternehmen die Gewinnerwartungen sogar deutlich.

Allerdings bremst die Nachfrageseite die Euphorie am Markt. Im selben Zeitraum schrumpfte der Auftragseingang um 11 Prozent. Das Management führt diesen Rückgang auf das Fehlen des sogenannten Drupa-Effekts zurück, hält aber an den Jahreszielen von 2,35 Milliarden Euro Umsatz fest.

Drohnenabwehr braucht Zeit

Um sich breiter aufzustellen, vollzog das Unternehmen am 18. März 2026 die formale Gründung des Joint Ventures „ONBERG Autonomous Systems“. Gemeinsam mit dem Partner Ondas will Heidelberg von Brandenburg an der Havel aus den europäischen Markt für autonome Drohnenabwehr bedienen. Im Fokus stehen zunächst Lieferungen des Systems „Iron Drone Raider“ nach Deutschland und in die Ukraine.

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Ein kurzfristiger Kurssprung von zehn Prozent nach Bekanntgabe der Pläne hielt nicht lange an. Regulatorische Hürden und der Zeitplan dämpfen die Erwartungen. Erste signifikante Umsatzbeiträge aus der neuen Verteidigungssparte werden frühestens im zweiten Halbjahr 2026 erwartet.

Zusätzliche Last durch Partner-Krise

Zusätzlich belastet eine Entwicklung im angestammten Geschäftsbereich. Der Kooperationspartner Manroland Sheetfed hat Anfang März ein Schutzschirmverfahren eingeleitet, da der Markt für Druckmaschinen in China massiv einbricht. Heidelberger übernimmt infolgedessen die vollständige Verantwortung für die gemeinsam entwickelte Presse Cartonmaster CX 145. Das bindet kurzfristig Ressourcen für Vertrieb und Service, auch wenn es dem Unternehmen langfristig die alleinige Vermarktung ermöglicht. Bereits Anfang April soll die erste Demomaschine am Standort Wiesloch-Walldorf installiert werden.

Die Analysten von mwb research bewerten die Transformation des Unternehmens weiterhin positiv. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung, passten das Kursziel aufgrund von Währungseffekten aber leicht von 2,80 auf 2,60 Euro an.

Am 10. Juni 2026 legt Heidelberger Druckmaschinen die Bilanzzahlen zum Jahresabschluss vor. Diese Veröffentlichung wird konkrete Aufschlüsse darüber geben, ob die Margen im Kerngeschäft die Anlaufkosten für die neue Rüstungssparte und die zusätzlichen Aufgaben aus der Manroland-Kooperation abfedern konnten.

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